Was die Schweiz daraus lernen kann
Was das Schweizer Frauen-Hockey vom Ausland lernen kann

Die nordamerikanische Profiliga PWHL ist im Fraueneishockey das Mass aller Dinge. Was steckt hinter dem Erfolgsmodell? Und welche Impulse könnte die PWHL für die Entwicklung des Schweizer Fraueneishockeys liefern?
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Sidney Morin, Verteidigerin der Minnesota Frost in der Nordamerikanischen Frauenliga PWHL, jubelt über ihr Tor.
Foto: Star Tribune via Getty Images
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Eine Eishockey-Weltmeisterschaft der Frauen im November? Ein Novum. Bisher fanden die Titelkämpfe jeweils im Frühling statt. Dies führte jedoch zu Terminkonflikten mit der Professional Women’s Hockey League (PWHL), der nordamerikanischen Profiliga, die das Gros der Nationalspielerinnen von Kanada und den USA stellt. In 23 der 24 bisherigen Weltmeisterschaften duellierten sich die beiden Nationen im Final.

2026 findet die WM also im November und somit unmittelbar vor Beginn der PWHL-Saison statt. Der internationale Eishockeyverband (IIHF) verspricht sich davon mehr Aufmerksamkeit für das Fraueneishockey und eine attraktivere internationale Konkurrenz. Dass der Weltverband dem Wunsch der PWHL entspricht, sagt einiges über Strahlkraft und Stärke dieser Liga aus.

Zwei Ligen, eine Leidenschaft
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Eishockey kennt kein Geschlecht – nur Leidenschaft. Als Hauptpartnerin der PostFinance Women’s League und der National League steht PostFinance für ein Schweizer Eishockey, das begeistert, sich weiterentwickelt und Talente wachsen lässt.

Seit 25 Jahren gehen die PostFinance Top Scorer auf Punktejagd – und haben dabei bereits über 8 Millionen Franken für den Nachwuchs erspielt. So entsteht aus Leidenschaft auf dem Eis eine Investition in die Zukunft des Schweizer Eishockeys.

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Eishockey kennt kein Geschlecht – nur Leidenschaft. Als Hauptpartnerin der PostFinance Women’s League und der National League steht PostFinance für ein Schweizer Eishockey, das begeistert, sich weiterentwickelt und Talente wachsen lässt.

Seit 25 Jahren gehen die PostFinance Top Scorer auf Punktejagd – und haben dabei bereits über 8 Millionen Franken für den Nachwuchs erspielt. So entsteht aus Leidenschaft auf dem Eis eine Investition in die Zukunft des Schweizer Eishockeys.

2023 gegründet, startete sie im Januar 2024 mit sechs Teams in ihre erste Saison. Für ihre vierte Saison 2026/27 wächst die Liga auf zwölf Teams. In der vergangenen Saison stieg der Zuschauerschnitt auf über 9’000 pro Partie, die Merchandise-Verkäufe verdoppelten sich. Seit Gründung wird die PWHL zentral finanziert und vermarktet. Eigentümerin ist die Mark Walter Group um den milliardenschweren gleichnamigen Investor. Mittlerweile ist das Produkt so attraktiv, dass zwei Unternehmen als externe Investoren mit rund 100 Millionen US-Dollar eingestiegen sind. Ligamanager Stan Kasten sagte gegenüber der «Washington Post», externe Investoren und eine Expansion auf zwölf Teams habe man erst nach zehn bis zwölf Jahren erwartet: «Nun sind wir bereits nach zweieinhalb Jahren so weit.»

Das Erfolgsmodell der PWHL: Was sind die Gründe für den rasanten Aufstieg?

Reichweite

Die PWHL hat ihre Präsenz auf den digitalen Plattformen stark erhöht. Sie macht ihre Spiele über kostenlose Livestreams auf YouTube zugänglich. Regelmässig werden Ligaspiele in Städten ausgetragen, die noch nicht mit dem Fraueneishockey in Berührung gekommen sind. Zudem tragen Kooperationen zur Sichtbarkeit bei: Barbie-Eishockeypuppen bringen dem Fraueneishockey zusätzliche Aufmerksamkeit; ein Teil der Erlöse fliesst zudem in die Nachwuchsförderung.

Nachwuchs

Die PWHL investiert in Einsteiger-Camps, Förderprogramme für Mädchen und ein Mentoring-Programm. 120 Jugendliche werden direkt von PWHL-Spielerinnen als Mentorinnen unterstützt. Im Austausch geht es um Selbstvertrauen, mentale Gesundheit und sportliche Entwicklung. Das Programm richtet sich gezielt an Mädchen in einer Altersphase, in der viele ihre sportliche Aktivität aufgeben. Bei vielen Nachwuchsevents sind PWHL-Spielerinnen involviert. Das macht sie als Vorbilder sichtbar.

Werte

Eine Studie im Fachjournal «International Review for the Sociology of Sport» zeigt, dass Beiträge zu sozialer Gerechtigkeit bei den Fans besonders grosse Resonanz auslösen. Sie identifizieren sich mit Werten wie Frauenförderung, Inklusion und einem diskriminierungsfreien Umfeld.

Qualität

In der PWHL spielen viele der Weltbesten unter professionellen Bedingungen. Der ligaweite Tarifvertrag legt Mindestlöhne fest. Für die Saison 2025/26 war ein durchschnittlicher Grundlohn von umgerechnet 48’500 Franken pro Spielerin (im Teamschnitt) vorgeschrieben. Das Mindestgehalt betrug knapp 31’000 Franken. Der Vertrag regelt zudem Versicherungsleistungen sowie den Schutz bei Schwangerschaft und bezahlte Elternzeit.

Müller ist mittendrin

Eine Schweizerin erlebt den Aufstieg hautnah mit: Alina Müller. Die 28-jährige Stürmerin spielte in den ersten drei PWHL-Saisons für Boston. Nun tritt sie für das neue kanadische Team Hamilton an. Die Liga sei hervorragend vermarktet, sagt Müller. «Die Nähe zu den Fans und die starke Identifikation der Fans mit den Werten der Liga sind wichtige Gründe für das schnelle Wachstum.» Jede Spielerin werde zu mindestens zehn Community-Auftritten pro Saison verpflichtet, etwa zu Besuchen in Schulen und Spitälern. «Ich sehe immer wieder, wie viel diese Begegnungen den Frauen unterschiedlicher Generationen bedeuten – das ist besonders schön.»

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In den ersten drei Saisons stand Alina Müller bei den Boston Fleet unter Vertrag.
Foto: Getty Images

Entscheidend ist für die Schweizer Nationalspielerin die sportliche Perspektive: Qualität und Professionalität der Trainer und Betreuer seien enorm gestiegen, sagt Müller, «auch dank der Zusammenarbeit mit der NHL. Wir nutzen bestehende Infrastrukturen und profitieren von Coaches mit NHL-Erfahrung.» Zudem sei die mediale Präsenz hoch: «Resultate und Highlights unserer Liga werden in die Berichterstattung anderer bedeutender Sportligen integriert. In der Schweiz wird das Fraueneishockey medial stärker vom Männereishockey getrennt.»

Was die Schweiz lernen kann

Müller ist sich bewusst, dass die PWHL und die PostFinance Women’s League aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen nur bedingt vergleichbar sind. «Es gibt aber Ansätze, von denen wir lernen können», sagt Melanie Häfliger, Head of Women’s Hockey bei Swiss Ice Hockey. Die 44-Jährige spielte einst bei den ZSC Frauen und war später Trainerin der Schweizer U18-Auswahl. Seit Frühling trägt sie die Gesamtverantwortung für die Weiterentwicklung des helvetischen Fraueneishockeys. «Für uns ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Verband und den Clubs entscheidend, um die Vermarktung und Sichtbarkeit der Liga gemeinsam weiterzuentwickeln.»

Das Profil der Spielerinnen zu schärfen, wie es die PWHL tut, erachtet Häfliger als wesentlich: «Wir wollen die Spielerinnen noch stärker als Persönlichkeiten, Vorbilder und Botschafterinnen positionieren. Sie können auf ihren Social-Media-Kanälen dazu beitragen, die Reichweite der PostFinance Women’s League weiter zu steigern.» Das grösste Potenzial, von der PWHL zu lernen, sieht die frühere Nationalspielerin in der Nachwuchsförderung. Es existiert ein Girls-Entwicklungs-Fonds, zudem können sich Mädchen auf Stufe U16 neu in der Junior Women’s League messen. «Ein Mentoring-Programm mit Nationalspielerinnen wäre eine spannende Ergänzung.» Voraussetzung dafür ist, dass die Mädchen in ihren Clubs ein Umfeld vorfinden, «in dem sie sich wohlfühlen und weiterentwickeln können».

Damit die PostFinance Women’s League die Massnahmen der PWHL gezielter adaptieren kann, braucht es zuerst Entwicklungsschritte bei der Zusammenarbeit und der Infrastruktur. Häfliger sagt: «Nicht jeder Club hat genügend Spielerinnen, um ein eigenes Mädchenteam zu stellen. Es ist unser Ziel, die Kooperationen zwischen den Clubs zu stärken, die Ausbildungsbedingungen zu verbessern und den Spielerinnen einen klaren Entwicklungsweg vom Nachwuchs bis in die Nationalteams aufzuzeigen.»

Eine Brücke zwischen der PWHL und Europa

Alina Müller schlägt abschliessend eine Zusammenarbeit auf Farmteam-Basis vor: «Spielerinnen, die den Sprung in die Profiliga noch nicht schaffen, könnten bei einem Schweizer Club Spielpraxis sammeln und Verantwortung übernehmen.» So könnten auch kurzfristige Lösungen gefunden werden, falls eine Spielerin kurz vor dem PWHL-Saisonstart im Dezember den Cut verpasst. Die PWHL ist der Konkurrenz in Europa in vielen Bereichen entrückt. Dass die Schweizerinnen den Kanadierinnen im Olympia-Halbfinal im Februar 2026 nur knapp 1:2 unterlagen, zeigt jedoch, dass sie auch gegen die Weltspitze konkurrenzfähig sind. Für das Schweizer Fraueneishockey bleibt die Herausforderung, den Anschluss zu halten – der PWHL-Express wartet nicht.

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Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.

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