Teure Stromer dominieren
Europa bleibt bei günstigen E-Autos hinter China zurück

Die Elektrifizierung der Autowelt läuft unterschiedlich: Während in China schon über 70 Prozent der Kleinwagen elektrisch sind, dominieren in Europa und den USA teure Stromer. Das wird zum Problem.
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Die Elektrifizierung der grossen Automärkte China, Europa und USA verläuft höchst unterschiedlich.
Foto: imago/Westend61

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie: Chinas E-Auto-Markt dominiert mit günstigen Kleinst- und Kleinwagen
  • In Europa sind hingegen eher höherpreisige Modelle elektrisch
  • Europäische Hersteller wollen kurzfristig Margen schützen, Chinesen setzen auf Masse
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Gabriel KnupferRedaktor News

Werden E-Autos zu einer Lösung für den Massenmarkt oder bleiben sie ein Premiumprodukt für einen exklusiven Kundenkreis? Diese Frage stellte die Autoberatungsfirma Berylls in einer Studie.

Ergebnis: Die Elektrifizierung der grossen Automärkte China, Europa und USA verläuft höchst unterschiedlich. Während die Hersteller im Westen vor allem Elektro-Modelle in den höherpreisigen Segmenten lancieren, dominieren in China die Stromer in den Einstiegssegmenten.

Kleinstwagen in China fahren elektrisch

Die gängige Vorstellung, wonach E-Autos durchschnittlich deutlich teurer sind als Verbrenner, stimmt also nur im Westen teilweise noch. Teilt man den Automarkt in die Segmente A bis F, wobei F die höchste Luxusklasse darstellt, dann sind in China die Einstiegssegmente A und B am stärksten elektrifiziert.

Über 70 Prozent der neu verkauften Kleinst- und Kleinwagen sind im Reich der Mitte Stromer. In Europa beträgt der Anteil nur 11 Prozent im A-Segment und 15-Prozent im B-Segment. In den USA ist der Anteil noch kleiner.

In Europa dominieren höherpreisige Stromer

In Europa und den USA erfolge die Elektrifizierung von oben nach unten, schliessen die Studienautoren. In beiden Märkten ist der Stromeranteil im teuren D-Segment am höchsten.

Der Hintergrund: Die Hersteller versuchen, mit den höherpreisigen Fahrzeugen die Batterie- und Entwicklungskosten aufzufangen und so ihre Margen zu retten. Die Kehrseite ist jedoch eine schwache Elektrifizierung in unteren Segmenten wie dem volumenstarken C-Segment.

Dazu muss man wissen: In Europa wird die Nachfrage nach E-Autos stark von der Besteuerung von Firmenwagen beeinflusst. In Deutschland machen Firmenwagen beispielsweise über die Hälfte der Elektro-Neuzulassungen aus, was die Nachfrage nach grösseren, besser ausgestatteten Fahrzeugen verstärkt.

Chinesen produzieren günstiger

Chinas Elektrifizierung unterscheidet sich grundlegend vom europäischen Weg. Kleine und kompakte E-Autos dominieren hier die Alltagsmobilität – auch aufgrund massiver Steuervorteile. Das ist für die Hersteller zwar auf den ersten Blick weniger interessant – doch der massenorientierte Ansatz hat die Kostensenkung beschleunigt und Stromer zu einer Mainstream-Mobilitätslösung gemacht.

Die kleinen Fahrzeuge mutierten so zum Kern der gross angelegten Elektrifizierung. Und nun können die chinesischen Hersteller auch höherwertige E-Autos billiger produzieren. Diese verkaufen sie mit Vorliebe im Westen, wo sie das Doppelte oder Dreifache wie in der Heimat verlangen können – und damit immer noch oft billiger sind als die westlichen Hersteller.

Für Berylls ist deshalb klar: Die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und US-amerikanischen Hersteller hängt davon ab, ob sie es schaffen, die Elektro-Lücke in den unteren Segmenten zu schliessen. Das ist kein leichtes Unterfangen, denn viele Autokonzerne haben in den letzten Monaten ihre Elektro-Pläne zusammengestrichen, um kurzfristig Geld zu sparen.

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