Darum gehts
- Präsentation des Lamborghini Urus SE Performante mit 812 PS und Rally-Modus
- Hybrid-SUV wiegt 2473 Kilogramm und ist 32 Kilogramm leichter geworden
- Preis ab 289'000 Franken, Höchstgeschwindigkeit liegt bei 312 km/h
Auf Understatement macht der Lamborghini Urus nicht. Das fängt beim Klang des Motors an und hört beim keilförmigen Design auf. Er hat mehr Kanten als glatte Flächen und geschwungene Linien. Der neue Urus SE Performante legt jetzt noch eine Schippe drauf. Das zeigt schon der riesige Grill, der andere Autos geradezu aufzufressen scheint.
Doch ein Auto aus Sant’ Agata Bolognese (I) darf das. Sportlichkeit steht im Lastenheft ganz oben – sowohl optisch als auch bei der Leistung. Mit 812 PS (597 kW) bietet man auch die nötige Substanz für einen dynamischen Auftritt. Damit die Dynamik nicht nur Show ist, setzt Lambo auf Karbon und zeigt das auch: Motorhaube, Dach, Radläufe, Seitenschweller und der grosse Heckdiffusor bestehen aus diesem Leichtbaumaterial. Und dass man beim Einsteigen auch weiss, worauf man sich einlässt, sind die Türgriffe schwarz – ein typisches Performante-Erkennungsmerkmal.
32 Kilogramm abgespeckt
Die Lambo-Techniker haben beim Performante an einigen Stellen Gewicht aus dem Auto genommen. Die Akrapovič-Titan-Auspuffanlage spart über zehn Kilo. Die Bremsregelung bringt vier Kilo, die Dämmung 3,3 Kilo. Der Corsa-Tex-Innenraum speckt weitere 2,7 Kilo ab. Kompensiert wird dies allerdings durch die Plug-in-Hybrid-Batterie mit einer Kapazität von 25,9 kWh. Daher wiegt der Urus SE Performante 2473 Kilogramm – also 32 Kilo weniger als der gewöhnlichere Urus SE.
Der Urus teilt sich die Plattform mit dem Porsche Cayenne und dem Audi Q8. So kommt anstelle eines Torsen-Mitteldifferenzials jetzt eine Hang-on-Kupplung zum Einsatz. Laut Lamborghini ist die Kraftverteilung vollvariabel, also von null bis 100 Prozent. Sobald möglich, wird die Vorderachse abgekoppelt. Im Zusammenspiel mit dem elektronischen Hinterachsdifferential inklusive Torque Vectoring verwandelt sich der mächtige Stier in einen veritablen Hecktriebler, der sich aber entspannt kontrollieren lässt, wie wir mit dem neuen Rally-Modus auf einer Offroad-Strecke erfahren konnten.
Das ist auch aufgrund des Zweikammer-Luftfederfahrwerks möglich, das die Karosserie des Power-SUVs nach oben fährt. Also Feuer frei auf Feldwegen. Die Dämpfer sind in der Zug- und Druckstufe getrennt regelbar. Dieses Zusammenspiel verleiht dem 5,12 Meter langen Urus eine Bandbreite von komfortabel bis sportlich straff, aber nicht prügelhart.
Auf Knopfdruck zum Hecktriebler
Um den neuen Performante nach Belieben scharfzustellen, stehen verschiedene Stellhebel bereit: Neben dem Rally-Modus gibts die Programme Strada, Sport und Corsa. Dazu kommen die elektrischen Programme EV, Hybrid, Recharge und Performance. Rein elektrisch kommt der potente SUV rund 60 Kilometer weit. Wer den Rally- mit dem Performance-Modus kombiniert, kriegt vollen Offroad-Spass. Aber der Urus soll vor allem auf dem Asphalt Spass machen. Der Vierliter-Biturbo-V8 arbeitet mit einem permanenterregten E-Motor zusammen, der vor dem Achtgang-Automatikgetriebe sitzt. Zu den 812 PS kommt ein brachiales Drehmoment von 1000 Nm dazu. Durch die E-Power hat der Urus SE Performante 146 PS (107 kW) und 150 Nm mehr als der bisherige Performante.
Antrieb Plug-in-Hybrid, Vierliter-V8-Biturbo-Benziner, 620 PS (456 kW), E-Motor, 192 PS (141 kW), Systemleistung 812 PS (597 kW), 1000 Nm, 4x4, Achtgang-Automatikgetriebe, Akku brutto 25,9 kWh
Fahrleistungen 0–100 km/h in 3,3 s, Spitze 312 km/h, E-Reichweite WLTP 60 km
Masse L/B/H 5,12/2,03/1,64 m, Gewicht 2473 kg, Laderaum k. A.
Preise ab 289'000 Franken
Antrieb Plug-in-Hybrid, Vierliter-V8-Biturbo-Benziner, 620 PS (456 kW), E-Motor, 192 PS (141 kW), Systemleistung 812 PS (597 kW), 1000 Nm, 4x4, Achtgang-Automatikgetriebe, Akku brutto 25,9 kWh
Fahrleistungen 0–100 km/h in 3,3 s, Spitze 312 km/h, E-Reichweite WLTP 60 km
Masse L/B/H 5,12/2,03/1,64 m, Gewicht 2473 kg, Laderaum k. A.
Preise ab 289'000 Franken
Die Fahrwerte sind dementsprechend: Der Sprint von 0 auf 100 km/h bleibt mit 3,3 Sekunden zwar auf dem Niveau des Vorgängers, bis 200 km/h wird der Unterschied deutlicher: 10,8 Sekunden statt 11,5 Sekunden. Die Spitze steigt von 306 auf 312 km/h. Bei den ersten Launch-Control-Versuchen mit kalten Reifen resultiert diese unbändige Kraft in einer Stempelei der Hinterreifen. Kaum sind die Pneus warm, setzt der Vortrieb aber sauber ein.
Feuer frei auf der Rennstrecke
Wir schalten in den Hybridmodus und aktivieren den Corsa-Modus – also das Rennstreckenprogramm. Jetzt holt die Technik alles aus dem Urus heraus, und er spricht noch gieriger auf die Gasbefehle an. Der kernige Sound mit den kurzen Klangspitzen passt dazu. Der SUV lenkt ordentlich ein, das Heck dreht willig mit. Kurz: Das Auto wirkt ausbalanciert und machts dem Fahrer einfach, irrsinnig schnell zu sein. Die Lenkung agiert sportlich-direkt, aber nicht zu nervös aus der Mittellage heraus.
Doch ganz aushebeln lässt sich die Physik nicht. Sobald man ambitioniert in eine Ecke sticht, schiebt der Lamborghini Urus SE Performante nach aussen in Richtung Fahrbahnrand. Aber nichts, was einen aus der Ruhe bringt. Auch, weil die Bremse noch kräftiger zupackt als bisher. Den stärksten Urus aller Zeiten gibts ab 289'000 Franken.
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