Erstes Rendez-vous mit dem Audi Nuvolari
Schwesterliebe

Audi vermisste seinen eingestellten Supersportler R8 – und wie! Weil sich ein selbst entwickelter Nachfolger nicht rechnete, bediente man sich bei Konzernschwester Lamborghini und schärfte so den Temerario zum Kleinseriensportler Nuvolari.
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Endlich mischt Audi in der Formel 1 mit. Doch für die Strasse fehlte bislang ein echter Sport-Imageträger, nachdem der TT und der R8 eingestellt wurden. Ein komplett neues Auto zu bauen, war zu teuer ...
Foto: Lukas Gorys

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Audi präsentiert den Nuvolari: 1001 PS starker Hybrid-Supersportler mit Formel-1-Technologie
  • Limitierte Auflage von 499 Stück, Preis: 590’000 Euro pro Fahrzeug
  • Beschleunigung auf 100 km/h in 2,6 Sekunden dank V8 und drei E-Motoren

Endlich ist Audi in der Formel 1. Hat aber auf der Strasse keine passende Waffe mehr – mal abgesehen von den RS-Varianten. Denn die Spitzensportler TT und R8 sind ja Geschichte.

Was tun, um das mühsam aufgebaute Image nicht nutzlos zu verwirken? Vielleicht doch einen Nachfolger für den R8 neu aufbauen? Zu teuer. Doch Konzernschwester Lamborghini bietet Hand. Und so kann Audi den Lamborghini Temerario mit einigem Aufwand zum spektakulären Nuvolari schärfen. Der neue Audisportler ist jedoch stärker und vor allem exotischer als der Lambo. Denn nur 499 Nuvolari werden zum Stückpreis von 590’000 Euro gebaut. Damit ist der Audi fast doppelt so teuer wie sein italienischer Bruder.

Aktiver Heckflügel aus der F1

Keine Frage – der Nuvolari ist ein Hingucker. Sein S-förmiger Lufteinlass an der Front erzeugt Abtrieb, reduziert den Auftrieb bei höheren Tempi und verbessert die Kühlung des Antriebsstrangs. Dazu kommt als zentrales Element des aktiven Aerodynamiksystems der ausfahrbare Heckflügel. Doch das monolithische Design des Nuvolari ist das eine, sein imposanter Antrieb das andere. Der Lamborghini Temerario ist ja mit 920 PS schon nicht gerade schwächlich. Doch wie es sich für eine in der Formel 1 engagierte Marke gehört, lässt Audi den vier Liter grossen V8 und die drei E-Motoren zusätzlich erstarken. Der V8-Biturbo leistet 800 PS. Dazu kommen drei E-Motoren mit je 150 PS – zwei vorne für den Allrad, einer im Getriebe. Macht total gewaltige 1001 PS Systemleistung für den 1,7-Tönner.

Das Hybridsystem speist sich aus einer 7,4 kWh kleinen Lithium-Ionen-Batterie, die sich im Kardantunnel versteckt. Die rein elektrische Reichweite von zehn Kilometern ist wenig imposant, aber auch nicht relevant. Schliesslich gehts um eine schnelle Energieversorgung der E-Motoren nebst entsprechender Stromrückgewinnung (Rekuperation). Will man den Audi Nuvolari kitzeln, sprintet er aus dem Stand in 2,6 Sekunden auf Tempo 100. Doch der 4,74 Meter lange Supersportler kann nicht nur stur rasen. Sein schlaues Fahrwerk rechnet im Millisekunden-Takt: Lenkwinkel, Tempo, Gierrate und Grip fliessen direkt in die Abstimmung von Drehmoment, Bremsen und Aerodynamik ein.

Bissig im Grenzbereich

So viel zur Theorie. Doch jetzt wollen wir den Audi Nuvolari endlich erleben. Wir sind dazu auf der Rennstrecke von Laguna Seca (USA). Nach einer ersten Einführungsrunde werden wir mutiger und schneller. Imposant, wie bissig der Nuvolari im Grenzbereich bremst. Doch noch imposanter, wie gewaltig die vier Motoren anschieben – stets untermalt von einem begeisternd bulligen Sound.

Schnellcheck: Audi Nuvolari

Antrieb: Vierliter-V8-Biturbo plus drei E-Motoren, 1001 PS (736 kW) Systemleistung (800 PS + 3x150 PS), 800 Nm, 8-Gang-DKG, 4x4, Akku 7,4 kWh, AC 7,4 kW
Fahrleistungen: 0–100 km/h 2,6 s, Spitze 351 km/h, E-Reichweite WLTP 10 km
Masse: L/B 4,74/2,00 m, Gewicht 1740 kg
Verbrauch: noch nicht bekannt
Preis: 590’000 Euro

Antrieb: Vierliter-V8-Biturbo plus drei E-Motoren, 1001 PS (736 kW) Systemleistung (800 PS + 3x150 PS), 800 Nm, 8-Gang-DKG, 4x4, Akku 7,4 kWh, AC 7,4 kW
Fahrleistungen: 0–100 km/h 2,6 s, Spitze 351 km/h, E-Reichweite WLTP 10 km
Masse: L/B 4,74/2,00 m, Gewicht 1740 kg
Verbrauch: noch nicht bekannt
Preis: 590’000 Euro

Das dünne Alcantara-Steuer liegt angenehm in unseren zugegeben etwas schweissfeuchten Händen. Wir blicken auf kleine Displays, während der Allradler sich spielend einfach über die Rennstrecke dirigieren lässt. In den Fahrmodi Dynamic, Dynamic+ und Track wird der Heckflügel steiler, während die Elektronik auf der Geraden den Spoiler in die Flachposition wechselt, um mehr Höchstgeschwindigkeit und Stabilität zu generieren. Dieses aus der F1 bekannte Drag-Reduction-System kann über eine Taste am Lenkrad aktiviert werden.

Fazit: Der neue Audi Nuvolari profitiert von Audis Engagement in der Motorsport-Königsklasse und ist so ein idealer Imageträger. Und selbst wirtschaftlich ist er ein Erfolg. Denn trotz des stolzen Preises sind im Prinzip schon alle 499 Nuvolari verkauft.

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