Blick testet neues System in Zürich
Wie gut funktioniert Teslas «Full Self-Driving»?

Tesla rollt das «Full Self-Driving»-System in Europa aus. Erste Länder bieten es für die Kunden bereits an, die Schweiz soll ebenfalls folgen. Doch bisher ist es noch nicht zugelassen. Eine Mitfahrt zeigt, was das System kann.
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US-amerikanische Tesla-Fahrer können schon seit ein paar Jahren während der Fahrt die Hände vom Steuer nehmen.
Foto: TESLA

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tesla testet sein FSD-System in Zürich
  • Das in der Schweiz noch nicht zugelassene System kostet rund 95 Franken monatlich
  • System bereits in fünf EU-Ländern seit Mai und Juni zugelassen
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Lorenzo FulviRedaktor Auto&Mobilität

In Amerika fahren die Stromer von Elon Musk (55) seit ein paar Jahren fast von alleine. FSD (Full Self-Driving) Supervised nennt sich das System. Zu Deutsch: überwachtes selbständiges Fahren. Das bedeutet, dass das Auto zwar grösstenteils selber durch den Verkehr steuert, der Fahrer aber jederzeit bereit sein muss, das Steuer wieder zu übernehmen.

Nach der Zulassung in den Niederlanden rollt Tesla das System Schritt für Schritt in Europa aus. In der Schweiz ist es zwar noch nicht zugelassen, doch Tesla bietet heute schon Testfahrten vom Beifahrersitz aus an. Dafür sind die Kosten für das per Software-Update installierbare System bereits bekannt: rund 95 Franken pro Monat!

Mitfahrt durch die Stadt Zürich

Wie selbständig das System tatsächlich fährt, hat Blick jetzt ausprobiert. Eine Tesla-Mitarbeiterin tippt im Navi des gewöhnlichen Model 3 Adliswil ZH als Ziel ein und startet beim Tesla Store in der Zürcher Innenstadt. Ein Knopfdruck am Lenkrad genügt: Auf dem Monitor leuchtet «FSD (Supervised)» blau auf – das Assistenzsystem ist nun aktiv.

Das Fahrzeug gibt Gas, bremst und lenkt eigenständig. Auf der Autobahn beherrschen das schon zahlreiche Anbieter. Doch der Tesla meistert auch die City: Er weicht parkierten Lieferwagen aus, ordnet sich an Kreuzungen ein, stoppt vor Rotampeln und stellt den Blinker. Er erkennt Personen und hält vor Fussgängerstreifen an.

Auch wenn der Stromer das meiste selber macht, hält die Fahrerin ihre Hände jederzeit eingriffsbereit unten am Lenkrad. Das ist Vorschrift, weil das System in der Schweiz noch nicht bewilligt ist. Und ganz fehlerfrei kommen wir auch nicht durch den Verkehr: An einer Kreuzung bricht der Tesla den Abbiegevorgang unvermittelt kurz vor dem Einlenken ab – die Testfahrerin übernimmt geistesgegenwärtig und aktiviert erst auf der nächsten Geraden wieder den Assistenten.

Schon in fünf europäischen Ländern zugelassen

Regulatorisch fährt Teslas FSD-System autonom auf Level 2+, wie es auch BMW im Neue-Klasse-Stromer iX3 anbietet. Heisst, die Hände dürfen vom Lenkrad genommen werden, die Augen müssen jedoch weiterhin auf die Strasse gerichtet sein. Dass sich der Fahrer auch daran hält, überwachen die Innenraumkameras. Wer länger wegschaut, wird visuell, akustisch und haptisch ermahnt. Wird nicht reagiert, gibt das System die Kontrolle zurück und bringt das Fahrzeug notfalls kontrolliert zum Stehen. Die rechtliche Verantwortung bleibt stets beim Fahrer.

Das System lernt permanent dazu: Teslas weltweite Flotte legt täglich 320 Millionen Kilometer zurück. Dabei werden die anonymen Fahrdaten genutzt, um das kamerabasierte System zu trainieren. Wann die Behörden Teslas FSD in der Schweiz freigeben, ist unklar. In Foren rechnen Fans erst im nächsten Jahr damit. Nach den Niederlanden zogen im Mai und Juni Belgien, Dänemark, Estland sowie Litauen nach. Tesla bietet überwachte FSD-Probefahrten an fünf verschiedenen Schweizer Standorten an. Gerade für lange Autobahnfahrten kann sich das System lohnen, wenn man bereit ist, die hohen monatlichen Abo-Kosten zu bezahlen.

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