Darum gehts
- Axa-Studie: Fahrassistenten senken Auffahrunfälle um 40 Prozent
- 47 Prozent der Fahrer mit Assistenzsystemen fahren riskanter
- 28 Prozent der Fahrer mit Assistenten nutzen Handys, ohne Systeme nur 22 Prozent
Bei vielen Blick-Lesern sind die Assistenzsysteme in neuen Autos verhasst. Die Bevormundung durch die Technik geht ihnen gegen den Strich. Doch eine neue Studie der Axa zeigt: Fahrassistenten können wirksam vor Unfällen schützen.
Die Zahlen des Versicherers zeigen: Autos mit modernen Assistenten bauen rund 40 Prozent weniger Auffahrunfälle. Auch eine Befragung der Axa zum automatisierten Fahren bestätigt den Nutzen: 27 Prozent gaben an, dass sie der Notbremsassistent in den letzten sechs Monaten mindestens einmal vor einer gefährlichen Situation geschützt habe.
Riskanteres Fahren
Es ist also kein Wunder, wenn über zwei Drittel der Autofahrer glauben, dass Assistenzsysteme die Sicherheit erhöhen. Allerdings kann das auch gefährlich werden. Fast die Hälfte der Befragten gibt zu: Mit Assistent fährt man riskanter. Sie vertrauen darauf, dass die Systeme in kritischen Momenten eingreifen.
Auch die Aufmerksamkeit leidet. So befeuern die Assistenten das Handy-Problem: Lenker mit Fahrhilfen nutzen das Smartphone öfter als solche ohne Fahrhilfen. 28 Prozent verglichen mit 22 Prozent gaben an, gelegentlich am Steuer auf das Handy schauen. Zehn Prozent schalten die Systeme gar aktiv ein, um sich anderen Tätigkeiten widmen zu können.
Irritierendes Gepiepse
Eine Ablenkungsquelle sind auch die Assistenten selbst. «Ein Piepsen hier, ein unerwartetes Gegensteuern da – das kann verständlicherweise irritieren», sagt Axa-Experte Luca Genovese. Fast jeder Dritte gibt an, sich vom Spurhalteassistenten und vom Lenkassistenten gestört zu fühlen, 23 Prozent vom Geschwindigkeitswarner. Die Folge: Viele schalten die Hilfen aktiv aus.
Auch die Bedienung ist in modernen Fahrzeugen nicht sicherer geworden. Die Hälfte der Befragten fühlt sich stark oder eher stark durch die Nutzung der Touchscreens abgelenkt. Zwei Drittel aller Fahrer wünschen sich deshalb, dass in Autos wieder vermehrt Knöpfe statt Bildschirme eingebaut werden sollen.