Trotz Krisen, Kriegen und steigender Nachfrage
Darum ist der Sprit aktuell so günstig

Benzinpreise von unter 1,50 Franken pro Liter sind aktuell keine Seltenheit. Gründe sind der tiefe Rohölpreis, eine erwartete Überversorgung sowie der günstige Dollar-Kurs.
Kommentieren
1/17
Autofahrer mit Verbrennerautos jubeln: So günstig wie jetzt waren die Benzinpreise seit Sommer 2021 nicht mehr! Im Schnitt lagen sie Ende Januar zwischen 1,64 und 1,67 Franken pro Liter Bleifrei 95.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Benzinpreise in der Schweiz so tief wie seit Sommer 2021 nicht
  • Rohölüberangebot und günstiger Dollarkurs senken die Treibstoffpreise weiter
  • Freie Tankstelle in Langenthal BE bietet Benzin für 1,44 Franken an
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_929.JPG
Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Schweizer Autofahrende mit Verbrennerautos reiben sich aktuell die Hände. So günstig wie jetzt waren die Benzinpreise seit Sommer 2021 nicht mehr! Im Schnitt lagen sie Ende Januar je nach Quelle zwischen 1,64 und 1,67 Franken pro Liter Bleifrei 95. Auf dem Benzinpreis-Radar des TCS finden sich jedoch zahlreiche Tankstellen, die den Sprit weit unter dem Schweizer Durchschnittspreis anbieten. Die «Freie Tankstelle» in Langenthal BE mit einem Literpreis von 1,44 Franken (Stand 9. Februar 2026) ist zwar die günstigste, aber bei Weitem nicht die einzige Tankstelle, die den Liter Benzin für unter 1,50 Franken verkauft.

Dies ist umso erstaunlicher, weil doch die Preise für quasi alle anderen Konsumgüter und auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Blick hat deshalb beim Branchenverband Avenergy Suisse nachgefragt, warum ausgerechnet die Treibstoffkosten so günstig sind wie seit Jahren nicht mehr. «Die Preise an den Zapfsäulen sind deshalb so tief, weil der Rohölpreis tief ist und es aktuell keine namhaften Probleme bei der Versorgung mit den Produkten gibt. So bewegen sich auch die Transportkosten momentan im normalen Rahmen», antwortet Geschäftsführer Roland Bilang auf unsere Frage.

Sprit dürfte günstig bleiben

Bilang führt noch einen weiteren Grund an: «Der Rohölpreis wiederum ist aufgrund einer prognostizierten weltweiten Überversorgung mit Rohöl so niedrig. Und dies, obwohl auch die globale Nachfrage nach Erdöl nach wie vor zunimmt.» Zwar würden die Märkte momentan noch gewisse Risiken einberechnen, wie die Krisen in der Ukraine, dem Iran oder Venezuela. «Doch sollte sich in diesen Krisenherden in den nächsten Wochen eine Entspannung einstellen, prognostizieren die Analysten auch weiterhin günstige Rohölpreise», so Bilang.

Neben dem Rohölpreis und günstigen Tarifen für die Rheinschifffahrt, über die rund 75 Prozent der verbrauchten Treibstoffe in die Schweiz gelangen, sorgt auch der aktuelle Dollarkurs für die tiefen Preise an unseren Zapfsäulen. Seit Monaten schwächt US-Präsident Donald Trump (78) die Weltwährung, um die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Da das Rohöl zur Herstellung von Benzin und Diesel weltweit fast ausschliesslich in US-Dollar gehandelt wird, hat der historisch tiefe Kurs entscheidende Auswirkungen: Umso tiefer der Dollar im Verhältnis zu Euro und Franken, desto tiefer sind auch die Preise an unseren Zapfsäulen.

Schlecht für den Bund

Mehr als die Hälfte – und damit der grösste Teil des Benzinpreises – wird aber durch staatliche Abgaben verursacht. Mineralölsteuer, Mineralölsteuerzuschlag und Importabgaben verteuern das Benzin um etwa 77 Rappen pro Liter. Ausserdem fällt auf alle Abgaben plus den Warenwert die Mehrwertsteuer von 8,1 Prozent an. «Insgesamt machen die aus dem Verkauf von Benzin und Diesel resultierenden Steuereinnahmen von rund 5,6 Milliarden Franken rund 8,1 Prozent der Fiskaleinnahmen des Bundes aus», schreibt Avenergy Suisse. Aktuell jubeln deshalb vor allem die Autofahrerinnen und Autofahrer: Denn umso tiefer die Spritpreise sind, desto weniger verdient letztlich der Staat.

Mit FinanceScout24 und Blick Prämien vergleichen

Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.

Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen