Darum gehts
- Hyundai plant bis 2030 über 100 neue Modelle weltweit mit verschiedenen Antrieben
- Santa Fe bekommt 2027 Range Extender, Reichweite von knapp 1000 Kilometern
- E-Auto-Offensive in Europa: Absatzsteigerung von 116'000 auf 420'000 geplant
Nicht alle grossen Autokonzerne stecken in der Krise. Während VW und Co. den Gürtel enger schnallen und Stellen streichen, schaltet Hyundai auf Angriff. Die Koreaner planen eine gigantische Modell-Offensive.
«Die Hyundai Motor Group bringt bis 2030 mehr als 100 neue Modelle mit verschiedenen Antriebsoptionen auf den Markt», verkündete CEO José Muñoz am Investorentag Ende August.
Alleine in Europa planen die Koreaner 41 Markteinführungen. Der Autogigant verspricht: Viele davon werden völlig neue Produkte oder Einstiege in neue Marktsegmente sein.
Tucson als reiner Benziner
Zu den ersten neuen Modellen gehört der erneuerte Tucson, der noch in diesem Jahr in Korea startet. Der weltweit erfolgreichste Hyundai wird grösser und kantiger – und erhält mehr Power. Zum Hybrid gesellt sich zudem ein nicht-elektrifizierter Benziner.
Die Antriebsvielfalt ist ein Trumpf des Konzerns. So bekommt der Santa Fe 2027 einen Range Extender. Der Benzinmotor wird dabei nur noch als Generator für den Elektroantrieb verwendet. Knapp 1000 Kilometer sollen damit möglich sein und dies bei einem «elektromobilitätsähnlichen Fahrerlebnis».
Mehr E-Autos für Europa
In Europa will Hyundai den Absatz von Stromern massiv steigern: von 116'000 E-Autos im Jahr 2025 auf 420'000 bis 2030. Dafür rollen unter anderem fünf neue E-SUVs an.
Bereits diesen Oktober kommt der kompakte Stromer Ioniq 3 auf den Markt. Das Schwestermodell des Kia EV2 wird in Europa und der Schweiz beispielsweise den ID. Polo angreifen.
Hierzulande weniger relevant, aber für Hyundai wichtig ist der geplante mittelgrosse Pick-up mit Plug-in-Hybrid-Technologie. Das Unternehmen sieht in dem «hochprofitablen» Segment hervorragende Wachstumschancen. Um auf dem zunehmend abgeschotteten US-Markt zu bestehen, will man die Teile für die dortigen Fabriken bis 2030 zu 80 Prozent lokal beschaffen (heute 60 Prozent).
Roboter und Robotaxis
Klar ist: Obwohl sich die Automärkte weltweit in verschiedene Richtungen entwickeln, werden elektrifizierte Fahrzeuge auch für Hyundai immer wichtiger. Sie sollen bis 2030 einen Anteil von 60 Prozent erreichen – gegenüber 23 Prozent im Jahr 2025.
Und der drittgrösste Autohersteller nach Toyota und VW blickt schon weiter. «Wir können investieren, während andere sich zurückziehen», sagt Muñoz. Der Konzern setzt künftig auch auf Roboter und autonom fahrende Taxis. Damit steht er nicht alleine da: Auch Tesla-CEO Elon Musk sieht hier die Zukunft der Autoindustrie.
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