Darum gehts
- Autoversicherungsprämien 2026 steigen: 45 Prozent aller Versicherten zahlen mehr
- Mehr als ein Drittel der höheren Prämien stieg über 100 Franken
- 53 Prozent zahlen jährlich 500 bis 1199 Franken, 22 Prozent 1200 bis 1599 Franken
Neues Jahr, neuer Prämienschock: Wie eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis zeigt, sind die Autoversicherungsprämien im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Fast jede zweite (45 Prozent) der 1026 befragten Personen mit einer Autoversicherung gab an, 2026 mehr zu zahlen als bisher. Bei 39 Prozent seien die Prämien gleich geblieben, lediglich bei sechs Prozent gesunken.
Bei mehr als einem Drittel der Versicherten mit höherer Prämie stieg diese um mehr als 100 Franken. Allerdings zeigen sich bei den stärkeren Prämienerhöhungen auch regionale Unterschiede: Signifikant mehr Autohalter in der Romandie als in der Deutschschweiz mussten einen Prämiensprung von über 200 Franken hinnehmen.
Das heisst aber nicht, dass es in der Westschweizer Bevölkerung mehr schlechtere Autofahrer geben würde, die mehr Unfälle verursachen: «Die Prämienerhöhung ist mehrheitlich nicht auf selbstverschuldete Faktoren zurückzuführen», erklärt Comparis-Finanzexperte Harry Büsser. Das leitet er daraus ab, dass fast jede zweite versicherte Person eine Prämienerhöhung von ihrer Versicherung erhielt, aber gleichzeitig 80 Prozent der Befragten angaben, im vergangenen Jahr keinen Schadensfall gehabt zu haben (auch interessant: Mit diesen Auto-Versicherungen sind Schweizer am unzufriedensten).
Grosse Wechselträgheit
Bemerkenswert ist auch ein weiteres Ergebnis der Comparis-Umfrage: Trotz des Prämienschocks hat nur ein Bruchteil der Befragten (6 Prozent) den Anbieter gewechselt. Dabei hat sich der Schritt für viele Wechselnde klar gelohnt: Mehr als jede zweite Person konnte ihre Prämie um mindestens 200 Franken senken (auch interessant: 7 Fehler, die eine Autoversicherung zu teuer machen).
Die Umfrage zeigt eine ausgeprägte Wechselträgheit: 30 Prozent der Befragten sind seit über zehn Jahren beim gleichen Versicherer, 50 Prozent seit mindestens sechs Jahren. Personen mit niedrigerer Bildung bleiben häufiger langjährig gebunden als höher Gebildete. «Treue ist sympathisch, aber bei Versicherungen selten ein Sparmodell», sagt Büsser. «Wettbewerb funktioniert nur, wenn Konsumentinnen und Konsumenten regelmässig prüfen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt. Versicherte, die das nicht tun, zahlen wahrscheinlich unnötig viel.»
Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) zahlt jährlich zwischen 500 und 1199 Franken für die Autoversicherung, weitere 22 Prozent zwischen 1200 und 1599 Franken. Acht Prozent würden weniger als 500 Franken zahlen, elf Prozent mehr als 1600 Franken.
Treue lohnt sich nicht
Die Befragung bringt dabei eine grosse Wissenslücke ans Tageslicht: 30 Prozent der Befragten wissen nicht, dass sie bei einer Prämienerhöhung ausserordentlich kündigen können. «Wer sein Sonderkündigungsrecht nicht kennt, bleibt oft automatisch Kundin oder Kunde», sagt Büsser. «Das verhindert, dass sich der Wettbewerb zwischen den Versicherern voll entfalten kann.» Die Wechselbereitschaft sei erstaunlich tief. «Dabei zeigen die Zahlen klar: Wer aktiv wird, kann spürbar sparen», so das Fazit von Experte Harry Büsser. Zahlst du auch zu viel für die Autoversicherung? Schreibe es in die Kommentare!
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