Chery startet in der Schweiz
Nächster China-Riese setzt auf Insta-Moms

Autogigant Chery bringt die gleichnamige Marke in die Schweiz. Die Chinesen starten mit vier Hybrid-SUVs, die mit günstigen Preisen besonders junge Familien ansprechen sollen.
Kommentieren
1/24
Mit Chery kommt die nächste Chinamarke in die Schweiz.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Chery startet in der Schweiz mit vier SUVs
  • Alle haben Hybridantrieb und kosten ab 27'990 Franken
  • Grosser Auftritt an der Auto Zürich; Schwester-Marke iCaur folgt 2027
RMS_Portrait_AUTOR_931.JPG
Lorenzo FulviRedaktor Auto&Mobilität

Der China-Ansturm auf die Schweiz geht weiter: Mit Chery rollt bereits die vierte Marke in diesem Jahr aus dem Reich der Mitte ins Land – nach Lynk & Co, Geely und Denza. Den Import übernimmt die Luxi Motors AG, eine Schweizer Tochter der israelischen Samelet-Gruppe.

Chery gehört zum gleichnamigen Konzern mit Marken wie iCaur, Jaecoo oder Omoda. Zum Schweizer Start rollen vier Modelle an – alle aus der Tiggo-Familie. Und Familie ist hier das richtige Stichwort, denn auf diese legt Chery grossen Wert. Das war nicht nur an den vielen Insta-Moms samt Anhang am Launch-Event Mitte Oktober in Schlieren ZH zu sehen, denn die Chinesen propagieren die Tiggos auch explizit als Familienautos.

Günstigstes Modell unter 28'000 Franken

Den Einstieg macht der Tiggo 4, ein 4,32 Meter langer Kompakt-SUV, den es als Vollhybriden ab 27'990 Franken gibt. Der 1,5-Liter-Benziner leistet zusammen mit dem Elektromotor 163 PS (120 kW) und soll mit einer Tankfüllung 950 Kilometer weit kommen. Innen gibts zwei 12,3-Zoll-Bildschirme und beheizbare Vordersitze.

Mit 4,55 Metern Länge folgt der ab 33'990 Franken startende Tiggo 7. Diesen gibts entweder als 224 PS (165 kW) starken Vollhybriden oder als 279 PS (205 kW) starken Plug-in-Hybriden. Während der Vollhybride knapp 900 Kilometer schafft, stromert der PHEV 90 Kilometer rein elektrisch und insgesamt 1200 Kilometer weit. Letzterer kostet 4000 Franken mehr als der Vollhybride.

Flaggschiff für unter 50'000 Franken

Der 4,73 Meter lange Tiggo 8 bietet Platz für bis zu sieben Personen und ist nur als Plug-in-Hybrid erhältlich. Dieser leistet 279 PS (205 kW) und fährt 90 Kilometer rein elektrisch, während die gesamte Reichweite bei 1050 Kilometern liegt. Kosten: ab 41'990 Franken.

Nachgefragt bei Zhu Shaodong, Executive Vice President von Chery International

Immer mehr China-Marken drängen in die Schweiz – von BYD über Geely bis Zeekr. Nun folgt auch Chery. Warum genau jetzt?

Weil die Bedürfnisse der europäischen Kunden hinsichtlich Antriebssträngen und Fahrzeugtypen immer vielfältiger werden und die Schweiz Qualität, Technik und Service schätzt, was sie zu einem guten Test für unsere allgemeine Wettbewerbsfähigkeit macht. Unser Zeitplan richtet sich nach unseren Produktplänen und der lokalen Partnerschaftsstruktur, nicht danach, anderen nachzueifern.

Was kann Chery besser als die anderen eben genannten chinesischen Marken?

Wir sind nicht einfach besser. Aber wir bauen Autos für Familien – mit viel Platz, moderner Technik und hoher Sicherheit. Über das Produkt hinaus untermauern wir dies mit lokalem Service, Garantie und Ersatzteilversorgung, um im Laufe der Zeit Vertrauen aufzubauen.

Wo sehen Sie die Marke in der Schweiz in fünf Jahren?

Fünf Jahre bedeuten für uns drei Dinge: Marke – vom Newcomer zu einem etablierten Namen. Netzwerk – Vertriebs- und Serviceabdeckung in allen wichtigen Regionen. Kunden – eine solide Basis zufriedener Besitzer, die uns weiterempfehlen.

Wenn chinesische Autos in einigen Jahren nicht mehr deutlich günstiger sind als ihre europäischen Konkurrenten, wie wollen Sie dann die Schweizer Kunden für sich gewinnen?

Der Preis mag einer neuen Marke zwar Aufmerksamkeit verschaffen, kann aber keine langfristige Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten. Wir müssen zeigen, dass das Produkt den Bedürfnissen von Familien entspricht, wir auf die Wünsche der Kunden eingehen, Qualität und Sicherheit durch Fakten belegt sind, Service und Ersatzteile bequem verfügbar sind und die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer hinweg wettbewerbsfähig sind.

root1715236835882429.jpg
zVg

Immer mehr China-Marken drängen in die Schweiz – von BYD über Geely bis Zeekr. Nun folgt auch Chery. Warum genau jetzt?

Weil die Bedürfnisse der europäischen Kunden hinsichtlich Antriebssträngen und Fahrzeugtypen immer vielfältiger werden und die Schweiz Qualität, Technik und Service schätzt, was sie zu einem guten Test für unsere allgemeine Wettbewerbsfähigkeit macht. Unser Zeitplan richtet sich nach unseren Produktplänen und der lokalen Partnerschaftsstruktur, nicht danach, anderen nachzueifern.

Was kann Chery besser als die anderen eben genannten chinesischen Marken?

Wir sind nicht einfach besser. Aber wir bauen Autos für Familien – mit viel Platz, moderner Technik und hoher Sicherheit. Über das Produkt hinaus untermauern wir dies mit lokalem Service, Garantie und Ersatzteilversorgung, um im Laufe der Zeit Vertrauen aufzubauen.

Wo sehen Sie die Marke in der Schweiz in fünf Jahren?

Fünf Jahre bedeuten für uns drei Dinge: Marke – vom Newcomer zu einem etablierten Namen. Netzwerk – Vertriebs- und Serviceabdeckung in allen wichtigen Regionen. Kunden – eine solide Basis zufriedener Besitzer, die uns weiterempfehlen.

Wenn chinesische Autos in einigen Jahren nicht mehr deutlich günstiger sind als ihre europäischen Konkurrenten, wie wollen Sie dann die Schweizer Kunden für sich gewinnen?

Der Preis mag einer neuen Marke zwar Aufmerksamkeit verschaffen, kann aber keine langfristige Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten. Wir müssen zeigen, dass das Produkt den Bedürfnissen von Familien entspricht, wir auf die Wünsche der Kunden eingehen, Qualität und Sicherheit durch Fakten belegt sind, Service und Ersatzteile bequem verfügbar sind und die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer hinweg wettbewerbsfähig sind.

Der Tiggo 9 bildet das aktuelle Flaggschiff von Chery. Der 4,81 Meter lange Siebensitzer verbindet einen Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb und fährt bis zu 144 Kilometer rein elektrisch. Insgesamt sind auch hier bis zu 1050 Kilometer möglich. Der 1,5-Liter-Turbobenziner leistet mit Elektrounterstützung 428 PS (315 kW). Bei umgelegter zweiter und dritter Sitzreihe wächst der Stauraum auf bis zu 2030 Liter, die Preise starten bei 48'990 Franken.

Grosser Auftritt an der Auto Zürich

Ob sich Chery im immer härteren Umfeld des Schweizer Markts durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Luxi-Motors-CEO Dimitris Chanazoglou, der zuvor rund ein Jahr lang als BYD-Schweiz-Chef fungierte, ist zuversichtlich: «Wir sind hier, um zu bleiben.» Die Pläne sind ambitioniert: Aus den aktuell zehn Schweizer Standorten sollen «in den kommenden Jahren» rund 45 werden. Dabei legt man grossen Wert auf das Netzwerk und die garantierte Ersatzteileversorgung. Zudem hat sich Chery an der Zürcher Bahnhofstrasse eingemietet – dort, wo bis vor kurzem noch US-Hersteller Cadillac gastierte.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt feiert die Marke an der Auto Zürich (5. bis 8. November). Zusätzlich stellt eine weitere (neue) Marke der Chery-Gruppe an der Messe aus: iCaur. Diese wird ab Anfang 2027 mit dem Geländewagen V27 starten und im Laufe des Jahres noch den V25 in die Schweiz bringen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen