3D-Laserdruck im Fahrzeugbau
Autos aus dem Computer

Der 3D-Druck erobert die Autowelt. Noch gehts zwar um Ersatz-, Spezial- oder Kleinserien-Teile, aber bald um viel mehr.
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Bei VW zeigt Martin Goede, Leiter Technologieplanung, individuell gedruckte Autoschlüssel-Gehäuse.
Foto: zVg
Stefan Grundhoff

Noch vor Jahren schien es nur eine wirre Vision, doch längst ist es gängige Praxis: Immer mehr Automarken produzieren Ersatz- oder Spezialteile nicht mehr an Dreh- oder Kunststoffspritzguss-Maschinen, sondern im 3D-Laserdrucker, seit die schneller und billiger werden. Eine der ersten Marken war BMW: eine Million 3D-Druck-Teile in zehn Jahren! Allein 2019 werden es 200'000, 40 Prozent mehr als 2018. «Der Einsatz additiv gefertigter Bauteile wächst aktuell besonders stark», erklärt Jens Ertel, Leiter Additive Manufacturing Center.

3D-Druck nach Kundenwunsch

Noch ist die Stückzahl überschaubar. So wird die Führungsschiene fürs Fenster im BMW i8 Roadster gedruckt. Dazu hat BMW mit HP dafür gesorgt, dass pro Tag bis zu 100 Stück möglich sind. Bereits zuvor kamen Teile für DTM-Rennwagen oder Luxustochter Rolls-Royce aus dem Drucker. Bei BMW-Spross Mini können Kunden sogar Teile wie das Cockpit-Dekor auf www.yours-customised.mini gestalten. Die kommen ebenso aus dem 3D-Drucker wie bei VW bald personalisierte Schaltknäufe.

Oldie-Teile aus dem Printer

General Motors (GM) arbeitet mit Autodesk zusammen, um «künftige Fahrzeuge leichter zu machen», wie Ken Kelzer, GM-Chef Komponenten, hofft. Test-Sitzschalen sind 40 Prozent leichter und 20 Prozent steifer. Und bei Mercedes schafft der 3D-Drucker Abhilfe, wenn Oldtimer-Teile rar werden und herkömmliche Nachfertigung zu teuer. Die Schwaben drucken etwa Innenspiegel-Füsse (300 SL «Flügeltürer») und Schiebedach-Gleitbacken («Heckflosse»).

VW will in Serie drucken

«Additiv» heisst die Technik, weil dünne Schichten von einer Energiequelle verfestigt werden. Ausser mit Kunststoff und Keramik ists mit Metall machbar. Mercedes arbeitet dazu mit EOS und will den 3D-Druck auch für Prototypen einsetzen. Jasmin Eichler, Leiterin Future Technologies: «Die kleinen Stückzahlen können so oft schneller hergestellt werden.» Auch bei Audi stehen überdimensionale Printer, etwa in der R8-Manufaktur. Und VW will mit Hilfe von HP im 3D-Metalldruck Serienautos bauen.

«Sicher nicht gleich komplette Autos», ist Martin Goede, Leiter Technologieplanung, zwar überzeugt – aber er sagt auch, man integriere 3D-Druck schon in die nächsten Auto-Generation und drucke wohl «langfristig bis fussballgrosse Teile mit über 100'000 Einheiten im Jahr.»

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