Nerviger Pieps-Terror im Auto?
Bald übernimmt der Computer das Steuer

Die oft nervenden Warnsysteme im Auto sind nur der Anfang. Der grosse Umbruch folgt noch, wie gestern das Future Mobility Forum der Amag Lab und Uni St. Gallen im Zürcher Landesmuseum zeigte.
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In Las Vegas (USA) gehören selbstfahrende Robotaxis längst zum Strassenbild.
Foto: ZOOX

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Selbstfahrende Autos sind in Kalifornien und China Alltag, Schweiz testet vorsichtig
  • Nur jeder fünfzigste Europäer kennt Robotaxis, 3500 Waymo-Autos weltweit im Einsatz
  • Geteiltes autonomes Fahren spart 87 Prozent CO₂ und 62 Prozent Fläche
David Schnapp

Den Ärger kennt jeder Neuwagenbesitzer: Nur 1 km/h zu schnell und schon piepst der gesetzlich vorgeschriebene Tempowarner im Auto. Eine Kamera prüft, ob wir auch aufmerksam auf die Strasse blicken und mahnt zur Pause, wenn sie zu häufige Lidschläge detektiert. Viele Autofahrer sind von diesen digitalen Aufpassern genervt. 

Dabei ist das erst der Anfang. Selbstfahrende Autos gehören in Kalifornien und China zum Strassenbild und könnten einen im Zürcher Furttal bald vom letzten Zug abholen. Darum ging es gestern am dritten Amag Future Mobility Forum im Zürcher Landesmuseum. Eine Postkutsche aus dem 19. Jahrhundert am Eingang erinnert daran, wie wenig sich am Prinzip des Verkehrs geändert hat. Was aber, wenn uns der Computer das Fahren ganz abnimmt? «Elektroautos sind nicht die Zukunft, sie sind Teil der Gegenwart. Die Zukunft sind die Betriebssysteme», sagt Zürichs Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh (68, FDP).

Europa hinkt weit hinterher

Während Robotaxis durch Peking, San Francisco und Abu Dhabi rollen, kennt nur jeder 50. Europäer diese Fahrzeugkategorie. Laut HSG-Forscher Andreas Herrmann (61) flossen 21 Milliarden Dollar in den autonomen Personentransport. Sein Fazit: «Wir testen uns zu Tode.» Ausserhalb Chinas betreibt nur die Google-Tochter Waymo fahrerlose Autos im grossen Stil: 3500 bis 4000 Fahrzeuge – hundertmal mehr als in ganz Europa.

Auch die Schweiz testet – vorsichtig

Konkret wird es im Furttal: Zwischen Regensdorf ZH und Würenlos AG fahren bereits automatisierte Fahrzeuge; bald öffnet das Pilotprojekt für die Bevölkerung. Bei Basel ist mit «Arive3» ein weltweit einzigartiges Projekt über drei Landesgrenzen hinweg geplant. «Wir dürfen das Thema nicht verpassen, weil wir zu viel in Beton denken», sagt Christa Hostettler (51), Direktorin des Bundesamtes für Verkehr. Mobilität der Zukunft besteht nicht nur aus Schienen und Strassen, sondern auch aus vernetzten Systemen und Partnerschaften zwischen Staat und privaten Anbietern.

Geteiltes, automatisiertes Fahren verursacht 87 Prozent weniger CO₂-Emissionen und braucht bei gleicher Transportleistung 62 Prozent weniger Fläche. Zudem gehen 94 Prozent der Unfälle auf menschliche Fehler zurück. Für Gastgeber und Amag-CEO Helmut Ruhl (57) rechnet sich automatisiertes Fahren dennoch nicht: «Für uns ist das ein grosser Aufwand ohne direkten Ertrag. Unser Interesse ist derzeit reine Neugier.» Künftig gehe es darum, mit autonomen Taxis oder Kleinbussen urbane Zentren, Randregionen und Randzeiten besser zu bedienen.

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