Darum gehts
- E-Autos wurden von 2020 bis 2025 real um 18 Prozent günstiger
- 73 Prozent der angebotenen E-Autos gehören zur mittleren oder oberen Mittelklasse
- Batteriekosten sanken um 21 bis 24 Prozent auf 125 Franken pro Kilowattstunde
Der Anschaffungspreis ist eine der grössten Hürden beim Elektroauto-Kauf. Stromer seien im Vergleich zu Verbrennern viel zu teuer, sagen Kritiker. Doch stimmt das überhaupt?
Eine neue Studie macht Mut: Real wurden E-Autos von 2020 bis 2025 um 18 Prozent günstiger! Obwohl der mittlere Listenpreis von 37'000 auf 53'000 Euro kletterte.
Teure E-Autos dominieren
Grund für den vermeintlichen Widerspruch: Eine Verschiebung im Modellangebot. Der Anteil der mittleren und oberen Mittelklasse am Angebot stieg in den letzten Jahren und macht heute 73 Prozent aller Elektromodelle aus.
Rechnet man Leistung, Reichweite und Teuerung mit ein, sanken aber die Preise für vergleichbare Stromer um die erwähnten 18 Prozent. Verbrenner dagegen wurden im selben Zeitraum real zwei Prozent teurer.
Kaum Mini-Stromer
Die Studie betrachtet den deutschen Markt. Doch in der Tendenz dürften die Ergebnisse genauso für die Schweiz gelten. Es ist bekannt, dass die westlichen Autohersteller vor allem Elektro-Modelle in höherpreisigen Segmenten lancieren. Und das spiegelt sich im Angebot wider.
Insgesamt hat sich die Zahl der Elektroautos auf dem deutschen Markt im Untersuchungszeitraum mehr als vervierfacht. Doch es gibt immer noch eine Elektro-Lücke im Mini- und Kleinwagensegment. 2025 standen dort 19 Stromer 35 Verbrennern gegenüber.
Ganz anders ist die Situation in China, wo kleine und kompakte E-Autos die Alltagsmobilität dominieren. Kein Wunder, ist dort der Anteil an E-Autos bei den Neuwagenverkäufen weit höher als in Europa.
Batterien werden günstiger
Erfreulich: Die Studienautoren des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer-Instituts sehen Potenzial für weitere Preissenkungen. So gingen die globalen Batteriepreise zwischen 2020 und 2025 nominal um 21 bis 24 Prozent zurück. Sie liegen inzwischen bei etwa 125 Franken pro Kilowattstunde.
Doch in den Fahrzeugpreisen ist das bisher noch wenig spürbar. Dafür stieg die durchschnittliche Reichweite von Elektroautos um etwa ein Drittel an. Die Einsparungen wurden folglich in Fahrzeugverbesserungen, Forschung und Entwicklung investiert, kommen die Studienautoren zum Schluss.