Darum gehts
- Abschaltung des 3G-Netzes betrifft viele Porsche-Modelle in der Schweiz
- Kunde klagt: «Viele Standardfunktionen sind einfach weg»
- Porsche verspricht Lösungen für fast alle Modelle – doch die kosten
Blick-Leser Gilberto G.* ist von Sportwagenbauer Porsche enttäuscht. Seit der Abschaltung des 3G-Netzes am 1. Januar funktionieren in seinem weit über 100'000 Franken kostenden 2020er Porsche 911 sämtliche Connect-Dienste nicht mehr.
«Ich habe von einem Tag auf den anderen alle notwendigen Systeme verloren: Pannenanruf, Remote Control, Tracking. Viele Standardfunktionen sind einfach weg», sagt der Porsche-Fahrer gegenüber Blick. Besonders problematisch sei die Abschaltung des Notrufdienstes: «Die Funktion ist sicherheitsrelevant.»
Lösung für fast alle Modelle
Bei Porsche Schweiz ist man sich des Problems bewusst. «Wir arbeiten zurzeit an einer Lösung, mit der Kundinnen und Kunden von betroffenen Modellen die vernetzten Funktionen und Dienste zukünftig wieder nutzen können», schreibt ein Sprecher von Porsche Schweiz auf Anfrage.
«Diese Lösung wird für alle Modelle verfügbar sein, mit Ausnahme des Cayenne E3 aus den Modelljahren 2018 bis 2020.» Bei diesen Autos sei eine softwaretechnische Lösung oder ein sinnvoller Austausch der Hardware nicht möglich.
«Abschaltung war absehbar»
Der Hintergrund für die Misere: In ganz Europa werden die 2G- und 3G-Netze seit diesem Jahr schrittweise ausser Betrieb gesetzt. Doch die Schweiz war besonders schnell und stellte das 2G-Netz schon 2023 ab – das 3G-Netz folgte nun am 1. Januar 2026.
Betroffen davon sind Besitzerinnen und Besitzer verschiedenster Hersteller, doch für G. ist das ein schwacher Trost. «Porsche hat weiterhin 2G- und 3G-Steuergeräte in Autos verbaut, als die Abschaltung bereits absehbar war.» Das sei bei einer Marke mit Premiumpreisen nicht angebracht. Tatsächlich listet Porsche auf der Webseite Modelle bis zum Baujahr 2025, die von der Abschaltung betroffen sind.
G. soll für Austausch bezahlen
Bitter für G.: Bei seinem Sportwagen aus dem Jahr 2019 reicht ein Softwareupdate nicht. «Ich muss das Steuergerät austauschen, was 800 bis 1000 Franken kosten soll», sagt der Blick-Leser. Porsche Schweiz wolle, dass er die Hälfte davon übernehme.
Zum konkreten Fall äussert sich Porsche Schweiz nicht. Doch einen kleinen Trost gibt es für die Porsche-Fahrer, die ihre Connect-Dienste verloren haben: «Kunden mit betroffenen Fahrzeugen, die kein Update erhalten können und einen aktiven Connect-Vertrag über den Porsche Connect Store erworben haben, können für die verbleibende Laufzeit eine anteilige Rückerstattung erhalten.»
* Name bekannt