Darum gehts
- Geely-Konzern, erst vor 40 Jahren gegründet, ist heute ein globaler Auto-Riese mit Marken wie Volvo, Polestar, Smart, Lotus oder Zeekr
- Zeekr kombiniert bei seinen Premium-E-Autos schwedisches Design mit chinesischer Produktion
- In der Schweiz ist Zeekr seit bald acht Monaten präsent – mit total vier unterschiedlichen E-Modellen ab 37’990 Franken
Vor 40 Jahren gründete der Chinese Li Shufu (62) in Hangzhou den Geely-Konzern – und produzierte zuerst Kühlschrankteile. Bald erweiterte er sein Geschäftsfeld, übernahm 1992 einen staatlichen Hersteller von Motorrädern und baute ab 1998 die ersten eigenen Automobile. Die Technik dafür stammte weitgehend vom japanischen Hersteller Daihatsu.
Inzwischen gehört der Geely-Konzern zu den wichtigsten Töff- und Autoherstellern Chinas – mit Fokus auf Elektromobilität. Er ist aber auch ein globaler Player und machte sich zum Beispiel als grösster Einzelaktionär der Mercedes-Benz-Group oder mit den Übernahmen der Marken Volvo, Polestar, Smart und Lotus bei uns in Europa ebenfalls einen Namen. Zum Geely-Portfolio gehört auch die erst 2021 gegründete Marke Zeekr – sprich Sikr. Mit dem jungen Brand will Geely in Europa vor allem Tesla, aber auch die arrivierten deutschen Premiummarken angreifen. «Wir sind jung, dynamisch und kompromisslos innovativ», preist Zeekr-Europa-Chef Lothar Schupet die neue Marke an.
Über 600 Leute arbeiten in Schweden
Zeekr Europe beschäftigt über 600 Mitarbeitende im schwedischen Göteborg. «Die Tatsache, dass Europa eine zentrale Rolle beim Design und bei der Entwicklung unserer Fahrzeuge spielt, unterscheidet uns von anderen chinesischen Herstellern», so Schupet. Er sagt dazu: «Zeekr ist eine China-Marke mit schwedischer Seele.» Denn entworfen werden die Zeekr-Fahrzeuge am Volvo-Sitz in Schweden, jedoch im Geely-Werk in China produziert.
Auf acht europäischen Märkten ist Zeekr inzwischen vertreten, seit über sieben Monaten auch in der Schweiz. «Die Schweiz ist für uns ein spannender Markt mit idealen Voraussetzungen», sagt Schupet. Für den Vertrieb in unserem Land arbeiten die Chinesen mit der Emil Frey Gruppe zusammen – ein cleverer Schachzug: So können sich die Schweizer Zeekr-Kundinnen und -Kunden auf ein bewährtes Händlernetz verlassen. Linus Baumgartner, Brand Director von Zeekr Schweiz, verspricht: «Wir bieten nicht nur ein professionelles Servicenetz, sondern mit bis zu zehn Jahren oder 200’000 Kilometern auch eine der längsten Garantien der Branche.»
Aktuell vier Modelle für die Schweiz
Aktuell bietet Zeekr in der Schweiz vier unterschiedliche E-Modelle an. «Alle haben sie mehr Performance, mehr Technologie, mehr Luxus, aber zu Preisen, die Raum fürs Leben lassen», rührt Zeekr-Schweiz-Chef Linus Baumgartner die Werbetrommel. Das Einsteigermodell ist der kompakte SUV Zeekr X – technisch teilt sich der 4,43 Meter lange Stromer die Basis mit den bei uns schon länger bekannten Volvo EX30 oder Smart #3. Es gibt ihn als günstigen Core mit kleinem 49-kWh-Akku, 272 PS, Heckantrieb und 330 Kilometern Reichweite ab 37’990 Franken. Die Long-Range-Variante schafft mit gleicher Leistung, aber grösserem 69-kWh-Akku 446 Kilometer Reichweite und kostet ab 42’990 Franken. Die stärkste Privilege-Version hat zwei E-Motoren, 4x4, 428 PS und 425 Kilometer Reichweite, kostet jedoch ab 46’990 Franken.
Als Ex-BMW-Manager sind Sie jetzt bei der jungen chinesischen Premiummarke Zeekr für die Europa-Geschäfte verantwortlich. Wie wollen Sie die Leute in der Schweiz dazu bringen, Zeekr statt BMW oder Mercedes zu kaufen?
Lothar Schupet: Unser Hauptziel muss sein, die Menschen mit einer Probefahrt hinters Steuer eines Zeekr zu bringen, um sie so von den Vorzügen unserer Produkte zu überzeugen. Dazu müssen wir unsere Marke bekannter machen und Vertrauen schaffen. Wir müssen den Leuten beweisen, dass sie bei uns mehr Auto fürs Geld kriegen.
Eine Umfrage von Versicherer Axa in der Schweiz zeigt, dass 70 Prozent nie ein chinesisches Auto kaufen würden. Wie kriegen Sie diese Leute rum?
Na ja, es gibt viele Studien. Wir wissen zum Beispiel, dass die Loyalität gegenüber Marken gerade bei E-Autos rückläufig ist. Zudem haben in den letzten Jahren chinesische Marken enorm an Zuspruch gewonnen. Es ist doch mittlerweile normal, Handys oder Saugroboter aus China zu kaufen. Warum ist das so? Weil diese Produkte technologisch oft Marktführer und ein Stück weiter als die Konkurrenz sind. Doch die Schweiz ist vielleicht, ähnlich wie Deutschland, noch sehr traditionell und sehr kritisch. Aber wir möchten diese Leute mit Fakten überzeugen und mit Qualität und bestem Preis-Leistungs-Verhältnis beeindrucken. Vielleicht können wir diese Zweifler überzeugen, indem wir ihnen das Gefühl geben, dass sie bei der Konkurrenz über den Tisch gezogen werden, weils bei uns einfach mehr fürs Geld gibt.
Zeekr-, Polestar- und Volvo-Modelle haben die gleiche Plattform und werden auf demselben Produktionsband im Geely-Konzern produziert. Warum soll ich einen Zeekr und keinen Polestar oder Volvo kaufen?
Diese Frage höre ich oft. Aber warum immer bei uns? Warum spricht man zum Beispiel bei Volkswagen oder bei Stellantis nicht darüber?
Das ist dort durchaus auch ein Thema …
... Nun, es gibt ja auch genügend Beispiele, bei denen es über Jahrzehnte erfolgreich funktioniert hat. Wir haben Anfang 2025 im ganzen Geely-Konzern eine Konsolidierung der Marken verabschiedet. Wir wollen dank unserer Plattformstrategie noch effizienter werden.
Zum Beispiel?
Viele Features müssen wir nicht separat entwickeln, was sich schlussendlich positiv auf den Preis auswirkt. Dennoch sollen unsere Konzernmodelle unterschiedlich und in Zukunft noch stärker differenziert, wir nennen es orchestriert, sein. Ich glaube, das machen wir bereits ganz gut. Wenn ich einen Geely und anschliessend einen Zeekr fahre, finde ich schon viele Dinge – nicht nur «touch and feel», sondern auch bei den Fahreigenschaften oder der Performance –, die sich massiv unterscheiden. Muss es ja auch, weil wir bei Zeekr eine ganz andere Klientel ansprechen.
Als Ex-BMW-Manager sind Sie jetzt bei der jungen chinesischen Premiummarke Zeekr für die Europa-Geschäfte verantwortlich. Wie wollen Sie die Leute in der Schweiz dazu bringen, Zeekr statt BMW oder Mercedes zu kaufen?
Lothar Schupet: Unser Hauptziel muss sein, die Menschen mit einer Probefahrt hinters Steuer eines Zeekr zu bringen, um sie so von den Vorzügen unserer Produkte zu überzeugen. Dazu müssen wir unsere Marke bekannter machen und Vertrauen schaffen. Wir müssen den Leuten beweisen, dass sie bei uns mehr Auto fürs Geld kriegen.
Eine Umfrage von Versicherer Axa in der Schweiz zeigt, dass 70 Prozent nie ein chinesisches Auto kaufen würden. Wie kriegen Sie diese Leute rum?
Na ja, es gibt viele Studien. Wir wissen zum Beispiel, dass die Loyalität gegenüber Marken gerade bei E-Autos rückläufig ist. Zudem haben in den letzten Jahren chinesische Marken enorm an Zuspruch gewonnen. Es ist doch mittlerweile normal, Handys oder Saugroboter aus China zu kaufen. Warum ist das so? Weil diese Produkte technologisch oft Marktführer und ein Stück weiter als die Konkurrenz sind. Doch die Schweiz ist vielleicht, ähnlich wie Deutschland, noch sehr traditionell und sehr kritisch. Aber wir möchten diese Leute mit Fakten überzeugen und mit Qualität und bestem Preis-Leistungs-Verhältnis beeindrucken. Vielleicht können wir diese Zweifler überzeugen, indem wir ihnen das Gefühl geben, dass sie bei der Konkurrenz über den Tisch gezogen werden, weils bei uns einfach mehr fürs Geld gibt.
Zeekr-, Polestar- und Volvo-Modelle haben die gleiche Plattform und werden auf demselben Produktionsband im Geely-Konzern produziert. Warum soll ich einen Zeekr und keinen Polestar oder Volvo kaufen?
Diese Frage höre ich oft. Aber warum immer bei uns? Warum spricht man zum Beispiel bei Volkswagen oder bei Stellantis nicht darüber?
Das ist dort durchaus auch ein Thema …
... Nun, es gibt ja auch genügend Beispiele, bei denen es über Jahrzehnte erfolgreich funktioniert hat. Wir haben Anfang 2025 im ganzen Geely-Konzern eine Konsolidierung der Marken verabschiedet. Wir wollen dank unserer Plattformstrategie noch effizienter werden.
Zum Beispiel?
Viele Features müssen wir nicht separat entwickeln, was sich schlussendlich positiv auf den Preis auswirkt. Dennoch sollen unsere Konzernmodelle unterschiedlich und in Zukunft noch stärker differenziert, wir nennen es orchestriert, sein. Ich glaube, das machen wir bereits ganz gut. Wenn ich einen Geely und anschliessend einen Zeekr fahre, finde ich schon viele Dinge – nicht nur «touch and feel», sondern auch bei den Fahreigenschaften oder der Performance –, die sich massiv unterscheiden. Muss es ja auch, weil wir bei Zeekr eine ganz andere Klientel ansprechen.
Mit 4,79 Metern Länge grösser sind der E-SUV Zeekr 7X sowie die seit einer Woche bestellbare und im Sommer erhältliche Limousine 7GT. In der Privilege-Ausführung bieten sie mit zwei E-Motoren 4x4 und 646 PS. Dank 95-kWh-Akku liegen rund 550 Kilometer Reichweite drin, und die 800-Volt-Technologie ermöglicht das Schnellladen von 10 auf 80 Prozent in nur 13 Minuten. Die Preise dieser Topvarianten starten ab 64’990 Franken (7X) beziehungsweise 59’990 Franken (7GT). Beide Modelle gibts aber auch mit Single-Motor, Heckantrieb, 422 PS, 655 Kilometern Reichweite und Preisen ab 53’990 Franken beziehungsweise 46’450 Franken.
Das Zeekr-Topmodell ist der 4,95 Meter lange 001, das Schwestermodell des Polestar 4. Mit einem Radstand von drei Metern gibts für Passagiere viel Platz, und auch der Kofferraum schluckt trotz elegant schräg abfallender Dachlinie ordentliche 539 Liter. Dank 100-kWh-Akku schafft der 4x4-Performance mit 544 PS bis 580 Kilometer Reichweite, die Long-Range-Version mit Heckantrieb und 272 PS gar 620 Kilometer. Die Preise starten ab 66’990 beziehungsweise 59’990 Franken.