Darum gehts
- Comparis analysierte 7,3 Mio. Autoreparaturen: Reparaturen meist günstiger als Ersatz
- Ersatz einer Tür kostet durchschnittlich über acht Mal mehr als Reparatur
- Reparaturen bleiben wirtschaftlicher, trotz gestiegener Preise im Vergleich zu Ersatz
Autoschäden werden immer teurer. Schuld ist vor allem die moderne Technik. Doch eine neue Analyse von Comparis zeigt: Wenn irgendwie möglich, lohnt sich eine Reparatur gegenüber einem Ersatz fast immer.
Das Vergleichsportal analysierte 7,3 Millionen Arbeitsvorgänge bei Autoreparaturen in der Schweiz. Dabei zeigten sich bei verschiedenen Schäden gewaltige Unterschiede. Der Ersatz einer Tür kostet beispielsweise im Schnitt über achtmal so viel wie die Reparatur.
Selbst wenn dabei zusätzlich Lackierarbeiten anfallen, bleibt der Ersatz fast dreimal so teuer. «Es empfiehlt sich, in der Werkstatt nachzufragen, ob ein Bauteil wirklich ersetzt werden muss», sagt deshalb Comparis-Experte Harry Büsser.
Flicken nicht immer möglich
Weitere Beispiele: Neue Stossstangen oder Motorhauben kosten fünf- bis sechsmal so viel wie eine Reparatur. Und bei der Seitenwand, der Rückleuchte und dem vorderen Kotflügel zahlt man rund das Vierfache.
Klar ist: Die Beträge für Ersatz und Reparatur lassen sich nicht eins zu eins vergleichen. Manchmal ist eine Reparatur aus Sicherheitsgründen gar nicht mehr möglich, weil ein Bauteil zu stark beschädigt ist. Ersatzfälle betreffen zudem häufig schwerere Schäden.
Kaum Anreiz für die Branche
«Es geht nicht darum, einen technisch notwendigen Ersatz zu verhindern», sagt Büsser. «Es geht darum, einen noch reparierbaren Schaden nicht vorschnell mit einem neuen Bauteil zu beheben.»
In der Branche seien die wirtschaftlichen Anreize eher auf Ersatz als auf Reparatur ausgerichtet. «Mit dem Verkauf und Einbau neuer Bauteile lässt sich in der Regel mehr Umsatz erzielen als mit der Instandstellung.»
Zwar haben sich Reparaturen in den vergangenen Jahren im Verhältnis stärker verteuert als der Ersatz. Dennoch gilt laut Büsser: «Wo es technisch möglich ist, bleiben sie die wirtschaftlichere Lösung.»