Darum gehts
- Die 13. «Lenzerheide Motor Classics» findet vom 29. bis 31. Mai statt
- 270 historische Fahrzeuge zeigen Motorsportgeschichte auf einer spektakulären Rundstrecke
- Der älteste Bolide ist ein La France Typ 12 von 1919
Man wäre gern dabei gewesen im August 1951. Damals startete das erste legendäre Bergrennen von Tiefencastel nach Lenzerheide GR am Albula. Mit einer unglaublichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 106 Kilometern pro Stunde bretterte der damalige Sieger vor 20'000 begeisterten Zuschauern den Berg hoch.
Seit 2011 erinnert die «Lenzerheide Motor Classics» an das internationale Rennen von einst – in diesem Jahr bereits zum 13. Mal. Vom 29. bis 31. Mai beweisen 270 historische Autos und Motorräder auf der spektakulären Rundstrecke, dass sie noch lange nicht zum Alteisen gehören. Die diesjährige Ausgabe steht ganz im Zeichen von «75 Jahre Motorsport Lenzerheide».
Der erste Höhepunkt steigt bereits am Freitagabend beim grossen Fahrzeugkorso auf dem Postplatz im Dorfzentrum. Als zusätzliche Attraktion zeigt die PC-7-Fliegerstaffel am Samstag und Sonntag eine atemberaubende Flugshow am Himmel. Am Samstag und Sonntag starten jeweils ab 7.30 Uhr die Demonstrationsfahrten. Ältester Bolide im Feld ist ein La France Typ 12 von 1919. Diese fünf weiteren Highlights solltest du am Wochenende auf keinen Fall verpassen:
Aston Martin DB 3/5, 1951
Er ist eine absolute Weltrarität: Vom ursprünglichen Fünfertrupp der britischen Werksrennwagen existieren heute weltweit nur noch drei Stück. Der DB 3/5 markierte 1951 den offiziellen Einstieg von Aston Martin in den internationalen Rennsport. Die Rennfahrerlegenden Peter Collins (1931–1958) und Pat Griffith (1925–1980) pilotierten den bildschönen Sportwagen im selben Jahr beim Neun-Stunden-Rennen von Goodwood (GB) direkt zum Sieg. Der jetzige Besitzer zeigt das millionenteure Juwel heuer zum ersten Mal auf der Lenzerheide.
Jaguar XK 120 OTS, 1949
Der Brite ist legitimer König der Lenzerheide: Exakt dieser Jaguar XK 120 gewann vor 75 Jahren das allererste Bergrennen am Albula! Als wäre das nicht Geschichte genug, ist dieses Exemplar einer der allerersten XK 120 überhaupt. Seine Karosserie wurde komplett von Hand aus Aluminium gedengelt – ein seltenes Sammlerstück aus einer Serie von nur 240 gebauten Exemplaren aus den Jahren 1948 bis 1950.
Lancia Fulvia Zagato Competizione, 1967
Exakt 27 Mal wurde diese scharfgemachte Rennversion der ohnehin schon seltenen Lancia Fulvia gebaut. Die leichte Aluminiumkarosserie des 1967 produzierten Keils stammt aus der Feder der italienischen Edelkarosseriewerkstätte Zagato. Der feuerrote Renner blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere bei italienischen und Schweizer Bergrennen sowie internationalen Rallyes zurück.
Lotus 20 Formula Junior 900, 1961
Im Jahr 1960 wechselte die unvergessene Schweizer Formel-1-Legende Jo Siffert (1936–1971) vom Motorrad- in den Automobilrennsport. Mit genau diesem Lotus 20 gründete er sein eigenes «Siffert Racing Team» und bestritt seine erste grosse Saison. Der Lohn: Siffert holte sich im selben Jahr die europäische Formel-Junior-Meisterschaft. Das einmalige Originalfahrzeug des bekanntesten Schweizer Rennfahrers aller Zeiten ist der emotionale Höhepunkt im Fahrerlager.
Sauber C4, 1974
Dieser Rennwagen hat eine lange Karriere hinter sich: Er wurde in der Schweizer Meisterschaft der 2-Liter-Sportwagen mit den Fahrern Jean-François Renold und Harry Blumer eingesetzt. Letzterer fuhr damit diverse Tagessiege ein und belegte 1975 den dritten Gesamtrang in der Schweizer Meisterschaft. In Hinwil ZH von Formel-1-Urgestein Peter Sauber (82) als erst viertes Modell gebaut, war es der erste Bolide von ihm mit einem Aluminium-Monocoque. Nachdem der Rennwagen viele Jahre im Ausland verbracht hatte, kehrte er im letzten Jahr zu einem Schweizer Besitzer zurück, der ihn am kommenden Wochenende auf den Strassen der Lenzerheide pilotieren wird.
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