Darum gehts
- Maserati kämpft mit Absatzkrise: Verkäufe könnten 2026 auf 5000 bis 6000 sinken
- BYD dementiert Übernahmegerüchte, Stellantis plant Sanierung und Partner-Suche
- 2017 verkaufte Maserati noch über 50'000 Fahrzeuge weltweit
Maserati stand für Luxus und italienisches Design. Doch bei Stellantis wird der Sportwagenbauer nicht glücklich. Die einzige traditionelle Luxusmarke des Autoriesen (unter anderem Fiat, Opel, Jeep, Peugeot, Citroën und DS) steckt in einer tiefen Krise.
2025 verkaufte Maserati weltweit nur noch 7800 Fahrzeuge. Und dieses Jahr dürfte diese Zahl auf 5000 bis 6000 Verkäufe sinken, schätzt die Fachplattform Italpassion. Zum Vergleich: 2017 hatte der Hersteller noch über 50'000 Fahrzeuge ausgeliefert!
Kein Interesse aus China
Der Absturz nährt Spekulationen über eine Übernahme. Immer wieder konnte man in verschiedenen Medien lesen, dass der chinesische Autogigant BYD interessiert sei. Die Idee: Die Chinesen könnten mit der Traditionsmarke ihr Image in Europa aufpolieren.
Doch nun dementierte BYD-Vizepräsidentin Stella Li (56) die Gerüchte: «Das ist eine sehr schöne Marke», kommentierte die Topmanagerin laut Italpassion. «Aber würde uns das nicht zu sehr von unserem eigenen Weg abbringen?» Denn BYD sieht sich heute eher als Techkonzern wie Tesla denn als klassischer Autobauer.
Partnersuche läuft
Gleichzeitig hält Stellantis öffentlich an der Marke fest. CEO Antonio Filosa (53) betonte kürzlich bei einer Anhörung vor dem italienischen Parlament, dass Maserati «nicht zum Verkauf steht». Stattdessen suche man Partner, die bei der Sanierung helfen würden.
Maserati werde «eine Ikone des italienischen Stils» bleiben, so Filosa. Das Werk in Cassino (I) bleibe bestehen. Zudem hält der Konzern am neuen Quattroporte und am neuen Levante fest. Wie die Zukunft aussieht, gibt Stellantis an einem speziellen Maserati-Investorentag im Dezember bekannt.
Luxus und Individualisierung
Klar ist schon jetzt: Statt hohen Absatzzahlen sollen künftig wieder Luxus und Individualisierung im Vordergrund stehen. Für Maserati ist das eine Rückkehr zu den Wurzeln. In den Jahren als Marke von Fiat Chrysler und später Stellantis opferten die Verantwortlichen diese Identität zugunsten höherer Verkaufsziele.
Die Folge: austauschbare Stellantis-Ware statt Premium-Qualität. Dies zu ändern hat jetzt oberste Priorität. 100 Jahre nach der Einführung des ikonischen Dreizacks geht es für Maserati ums nackte Überleben.