Darum gehts
- Reparaturkosten für Autos stiegen laut Comparis von 2023 bis 2025 stark
- Hintertür-Reparaturen: Preisanstieg von 92 Franken auf 134 Franken in zwei Jahren
- Durchschnittlicher Werkstatt-Stundensatz 2024 um 3 Prozent auf 172 Franken gestiegen
Moderne Technologie bringt Autofahrern nicht nur Vorteile. Eine Schattenseite: Reparaturen an Neuwagen gehen richtig ins Geld. Laut einer Comparis-Auswertung verteuerten sich einzelne Arbeiten bei Parkschäden innert zwei Jahren um fast die Hälfte.
Besonders stark erhöhten sich die Kosten für Reparaturarbeiten an Türen und anderen Karosserieteilen. Doch auch Lackierungen und der Ersatz beschädigter Teile wurden teurer, zeigt die Auswertung des Vergleichsdienstes.
134 statt 92 Franken
Einige Beispiele: Die durchschnittlichen Kosten der eigentlichen Reparaturarbeit an einer Hintertür stiegen von 92 Franken im Jahr 2023 auf 134 Franken im Jahr 2025. Das entspricht einer Zunahme von fast 50 Prozent. Bei den Vordertüren war der Preisanstieg vergleichbar. Bei einer Seitenwand erhöhten sich die durchschnittlichen Reparaturkosten um 41 Prozent, bei einem vorderen Kotflügel um 32 Prozent.
Moderater stiegen die Lackierkosten: Die Lackierung einer Hintertür kostete 2023 im Schnitt 238 Franken, zwei Jahre später 246 Franken. Das ist ein Plus von 3,5 Prozent. Reparaturarbeit und Lackierung zusammen verteuerten sich bei der Hintertür damit von rund 330 auf 380 Franken beziehungsweise um rund 15 Prozent.
Teurer wurde auch der Ersatz beschädigter Bauteile: Die durchschnittlichen Kosten der Ersatzposition einer Hintertür stiegen beispielsweise von 1006 Franken im Jahr 2023 auf 1098 Franken im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von 9,2 Prozent.
Werkstätten mit höheren Stundensätzen
Für Comparis-Experte Harry Büsser ist klar: Die allgemeine Teuerung ist nur für einen kleinen Teil der Kostenexplosion verantwortlich. «Ein scheinbar einfacher Parkierschaden kann heute auch Elektronik, Sensoren oder Assistenzsysteme betreffen», so Büsser. «Das erhöht den Aufwand, aber erklärt kaum die teils sehr hohen Anstiege bei den Reparaturkosten.»
Der Experte vermutet, dass auch höhere Sätze der Werkstätten eine Rolle spielen. Gemäss dem Branchenspiegel der Beratungsfirma FIGAS stieg der durchschnittliche Werkstatt-Stundensatz 2024 um rund 3 Prozent auf 172 Franken.
«Das Werkstatt- und Ersatzteilgeschäft wird für Garagen wirtschaftlich immer wichtiger», sagt Büsser. «Ob höhere Verrechnungssätze oder Margen den Kostenanstieg in unseren Daten mitverursacht haben, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.»
Parkschadendeckung ist kein Muss
Ein Tipp für Halter: «Versichern sollte man vor allem Schäden, die das eigene Budget empfindlich treffen», so Büsser. «Wer eine Rechnung von 1000 oder 2000 Franken problemlos selbst bezahlen kann, braucht eine Parkschadendeckung nicht zwingend.»
Und schon beim Autokauf sollte man sich bewusst sein: LED-Leuchten, Kameras, Sensoren und Speziallackierungen können spätere Reparaturen verteuern.