Darum gehts
- Viele europäische Städte haben Umweltzonen mit Fahrverboten eingerichtet
- In Italien, Frankreich und Spanien ist die Situation besonders unübersichtlich
- Österreich, Portugal und die Niederlande sind vergleichsweise weniger streng
Die grosse Reisewelle rollt bald los – und mit ihr schnappen die Bussen-Fallen im Ausland zu. Viele europäische Städte sperren alte Dieselfahrzeuge und Dreckschleudern aus, um die Luft sauber zu halten. Doch auch Touris mit weniger dreckigen Autos brauchen für die Zufahrt eine Genehmigung oder eine Umweltplakette. Denn ohne diese wird es schnell richtig teuer.
Es ist nicht einfach, in diesem Dschungel die Übersicht zu bewahren. Wir listen die Zufahrtsregeln für die wichtigsten Ferienziele. Die meisten Infos kommen vom deutschen ADAC.
Italien
Sommerferien im südlichen Nachbarland sind für viele Schweizer Familien der Klassiker. Doch die italienischen Städte sind besonders strikt, was die Zufahrt betrifft. Unter anderem in Bologna, Florenz, Genua, Mailand, Neapel, Pisa, Rom und Verona gibt es eine sogenannte ZTL «zona a traffico limitato». Diese darf grundsätzlich nur mit einer Genehmigung befahren werden.
Die ZTL gelten für alle nicht ortsansässigen Fahrzeuge und werden mithilfe von Kameras durchgesetzt. Wer ohne Erlaubnis erwischt wird, zahlt meist etwa 100 Euro. Oft können Hoteliers für Gäste befristete Einfahrtsgenehmigungen ausstellen.
Manche italienische Gemeinden haben zudem Winterfahrverbote, eine City-Maut oder verbieten älteren Fahrzeugen grundsätzlich die Zufahrt. Genauere Infos dazu findest du auf der Website des TCS.
Frankreich
Auch die Franzosen sind für strenge Einfahrtsbeschränkungen berüchtigt. Dieses Jahr stoppte das Verfassungsgericht die vom Parlament beschlossene Abschaffung der Umweltzonen ZFE («Zones à faibles émissions»). Damit bleiben die Crit'Air-Plaketten Pflicht.
Die permanenten ZFE gelten in allen französischen Städten mit mehr als 150'000 Einwohnern. Nicht einfahren dürfen in der Regel Benzinfahrzeuge ohne Katalysator und ältere Dieselfahrzeuge. Die Grossstädte Paris, Lyon, Grenoble und Montpellier sind strenger als der Rest.
Die Crit'Air-Plakette kannst du für 3,11 Euro (plus Versand) beim Transportministerium bestellen. Ohne droht eine Busse von 68 Euro. Gut zu wissen: Die Crit'Air-Plakette ist auch in Genf gültig, wo bei Luftverschmutzungsalarm die einzige Umweltzone der Schweiz gilt.
Deutschland
Im nördlichen Nachbarland gibt es 35 Umweltzonen. Mehr als 20 solche Zonen wurden in den letzten Jahren wieder aufgehoben. Eine Karte der aktuellen Fahrverbotszonen gibt es beim deutschen Umweltbundesamt.
In die Zonen darfst du nur mit einer grünen Plakette. Andernfalls drohen 100 Euro Strafe. Zum Erwerb ist ein Nachweis über die erreichte Abgasrichtlinie des Autos nötig. Keine Plakette gibt es für alte Dieselfahrzeuge und Benziner ohne Katalysator.
Österreich
Bei den Ösis haben Autofahrer diesen Sommer noch freie Fahrt. Umweltzonen für Personenwagen gibt es noch keine. Aber Achtung: 25 Städte – darunter Wien und Salzburg – planen bereits Fahrverbote nach italienischem Vorbild.
Spanien
In Spanien gibt es ein regelrechtes Dickicht an Zufahrtsregeln, das den Rahmen des Artikels sprengen würde. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte in der Gegend um grössere Städte genau auf die Beschilderung achten.
Oft gelten die Zonen von Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr. Doch es gibt auch dauerhafte Fahrverbote. Manche Kommunen erlauben im Ausland zugelassenen Fahrzeugen generell keine Zufahrt in die Innenstadt oder verlangen eine vorgängige Registrierung (z. B. Palma auf Mallorca).
Portugal
Weniger schwierig ist die Fahrt in Portugal. Einzig in Lissabon hat es eine Umweltzone, die unter der Woche von 7 bis 21 Uhr in Kraft ist. Einige andere Städte haben das historische Zentrum für den Durchfahrtsverkehr gesperrt.
Niederlande
In den Niederlanden hat es Fahrverbote für alte Dieselfahrzeuge in Amsterdam, Arnhem, Den Haag und Utrecht. Eine Registrierung oder eine Umweltplakette ist nicht nötig.
Grossbritannien
Die Briten sind Vorreiter beim Thema City-Maut. Schon seit 2003 wird in Londons Innenstadt eine «Congestion Charge» (Staugebühr) fällig. Wer tagsüber in die Londoner City fahren will, muss sich registrieren und 18 Pfund (19 Franken) bezahlen.
Dazu kommen Niedrigemissionszonen in vielen Städten. Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoss müssen draussen bleiben oder sind gebührenpflichtig. Nur in London muss man das Auto auch dann im Vorfeld anmelden, wenn es die Umwelt-Voraussetzungen erfüllt.