Darum gehts
- Donald Trump besucht das WEF 2026 in Davos und plant wichtige Deals
- Geplante Projekte: 800-Milliarden-Dollar-Ukraine-Deal und mögliche Grönland-Verhandlungen
- Trump droht Dänemark und anderen Ländern mit bis zu 25 Prozent Strafzoll
Elvis Presley (1935–1977) hat nicht ans WEF gedacht, als er in seiner Ballade «A Little Less Conversation» 1968 zu «a little more action» aufrief. «Lifere statt lafere» forderte Elvis. Ziemlich genau das, was sich der moderne Weltenbürger von der globalen Führungsriege erhofft.
Das Davoser Weltwirtschaftsforum im Besonderen geriet bei Aussenstehenden in den Verruf, ein ressourcenverzehrender Plauder-Event mit wenig spürbaren Ergebnissen zu sein. Ausgerechnet dieses Jahr aber, wenn WEF-Gründer Klaus Schwab (87) nach seinem Rauswurf erstmals fernbleiben muss, dürfte sich das ändern. Gleich zwei gigantische Projekte könnten diese Woche in Davos beschlossen werden.
Hinter beiden steckt – wie könnte es anders sein – der umtriebige US-Präsident Donald Trump (79). Letztes Jahr musste der Republikaner das WEF wegen seiner gleichzeitig stattfindenden Amtseinsetzung sausen lassen. Immerhin: Der frisch vereidigte Präsident richtete sich in einer Video-Ansprache an seinen «lieben Freund Klaus» und die versammelte Mächtigen-Schar.
Dieses Jahr schaut Trump persönlich vorbei und bleibt volle anderthalb Tage im Bündnerland. Am Mittwoch um 14.30 Uhr hält er seine Ansprache (Blick berichtet live). Doch Wellen werfen werden zwei andere Termine, die Trump in Davos wahrnehmen will.
Der 800-Milliarden-Deal
Zum einen will Trump mit dem ebenfalls anwesenden ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (47) einen 800 Milliarden Dollar schweren Wiederaufbau-Deal unterzeichnen. Details: noch unbekannt. Klar ist, dass die USA mit dem Vertrag privilegierten Zugang zu Wiederaufbau-Projekten in der Nachkriegs-Ukraine erhalten sollen.
Ähnlich wie der im vergangenen Jahr unterzeichnete Deal über die Förderung seltener Erden im Kriegsland ist auch der neue 800-Milliarden-Vertrag ein ukrainischer Versuch, die USA langfristig als Partner zu binden. Verhandlungsteams beider Seiten haben sich vergangene Woche in den USA über das Kleingedruckte unterhalten. Kommt der Deal in Davos tatsächlich zustande, wäre das ein Meilenstein auf dem Weg hin zum lang ersehnten Ende des Ukraine-Kriegs.
Die Grönland-Eskalation
Der wirre Kampf um die Zukunft der weltgrössten Insel wird auch in Davos alles andere in den Schatten stellen. Trump machte Ende vergangener Woche klar, wie ernst ihm die Sache ist. Ab dem 1. Februar bestraft er Dänemark und all jene Länder, die in den vergangenen Wochen Delegationen nach Grönland geschickt haben, mit einem neuen 10-Prozent-Strafzoll (zusätzlich zu den bereits bestehenden Tarifen). Ab 1. Juni wird die Strafe auf 25 Prozent erhöht – und zwar «bis zum kompletten und totalen Verkauf Grönlands an die USA», wie Trump auf seiner Plattform Truth Social schreibt.
Betroffen von der Strafmassnahme sind unter anderem Frankreich, Deutschland und Finnland (nicht aber die Schweiz), deren Regierungschefs allesamt ins Bündnerland reisen. Klar, dass man sich da im Davoser Kongresszentrum eine ruhige Ecke suchen wird, um Trump gut zuzureden und ihn von seiner Wahnsinnsidee abzubringen.
Sein Argument, Dänemark könne die Insel nicht gegen die anstürmenden Chinesen und Russen verteidigen, ist völlig fehlgeleitet. Grönland gehört (wie Dänemark und die USA) zur Nato. Sprich: Die USA wären heute schon verpflichtet, bei einem tatsächlichen russischen oder chinesischen Angriff, für den es keinerlei Hinweise gibt, das Eiland zu verteidigen.
Ein Grönland-Deal in Grischun? Das scheint mindestens eine Möglichkeit. Einen passenderen Ort als die eisigen Bündner Höhen kann man sich kaum denken, um das heisseste geopolitische Thema des noch jungen Jahres zu entschärfen.