Darum gehts
- Schottland führt T-Schilder für Touristen ein, um Verkehrsunfälle zu reduzieren
- Unfälle von ausländischen Touristen in Schottland stiegen um 46 Prozent
- Verschiedene Länder ergreifen Massnahmen gegen Massentourismus und überfüllte Sehenswürdigkeiten
Muss ich hier abbiegen oder erst bei der nächsten Kreuzung? Autofahren an Feriendestinationen kann nervenaufreibend sein – besonders, wenn die Verkehrssituation unübersichtlich erscheint, Linksverkehr gilt oder das Navi zweifelhafte Wege vorschlägt. Und wenn die Einheimischen hintendran an der Stossstange hängen, steigt der Stress zusätzlich.
Der schottische Hotelbesitzer Robert Marshall hat hierfür eine mögliche Lösung entwickelt. Kontrollschilder für Touristen, die am Auto angebracht werden und mit dem Buchstaben T signalisieren, dass hier Ortsfremde unterwegs sind.
Es kommen immer mehr Touristen nach Schottland
Das soll für mehr Verständnis und Entspannung im Verkehr sorgen. Denn das braucht es dringend. Im Mai 2025 zeigten Daten der schottischen Verkehrsbehörde, dass die Unfälle von ausländischen Touristen, die sich auf der falschen Strassenseite befanden, innert eines Jahres um 46 Prozent zugenommen haben. Das Problem: Es kommen immer mehr Touristen nach Schottland. Und die kennen sich selten aus.
Darum die Idee von Marshall. Touristen sollen sich damit selbst kennzeichnen. Offiziell genehmigt sind die Schilder von den Behörden noch nicht. Theoretisch steht dem aber nichts entgegen. Nur anstössige Sachen dürfen nicht an Autos angebracht werden. Ein T gehört nicht dazu.
Im Internet treffen die T-Schilder bereits auf viel Interesse. Der Hotelbesitzer verkauft diese für 9,99 Pfund (rund 10.70 Franken) online, wobei ein Teil des Erlöses an Wohltätigkeitsorganisationen für Verkehrssicherheit geht.
Die Massnahme in Schottland zeigt: Massentourismus kann in vielerlei Hinsicht zum Problem werden. Blick zeigt dir, wie in verschiedenen Ländern darauf reagiert wird.
Warn-Apps für überfüllte Orte
Wer will nicht gern ein Foto von berühmten Sehenswürdigkeiten machen? Doch das hat an beliebten Ferienorten seinen Preis. Touristen drängeln sich aneinander, um einen Blick auf die absoluten Highlights zu erhaschen.
Städte wie Florenz, Marseille oder die japanische Region Kyoto haben daher eigene Apps oder Karten entwickelt, die über Daten von installierten Sensoren ermitteln, wo es gerade besonders überfüllt ist. Touristen werden davor gewarnt und erhalten Empfehlungen für ruhigere Plätze, die sie besuchen können.
Selfie-Wände und Stehenbleib-Verbot
Um Stau an beliebten Fotospots zu vermeiden, gibt es verschiedene Massnahmen. So stellte die österreichische Gemeinde Hallstatt, die als Vorlage für das Königreich im beliebten Disney-Film «Frozen» gilt, 2023 eine Holzwand auf. Die Aussicht kann man immer noch normal bewundern, Selfie-Jäger werden jedoch eingeschränkt.
An bestimmten Plätzen im italienischen Ort Portofino ist es wiederum verboten, für Selfies zu lange stehenzubleiben. Sonst kann man am malerischen Quai mit bis zu 275 Euro (259 Franken) gebüsst werden. Solche Stehenbleib-Verbote gelten auch auf Brücken in Venedig.
Selfie-Parks
Es gibt aber auch ausgefallene Fotoangebote für Touristen. Selfie-Museen finden sich in Städten wie Chicago, London und Prag.
Oder man geht in einen Selfie-Park wie auf Bali. Dort kann man sich zwischen Reisterrassen oder auf Schaukeln professionell fotografieren lassen. Die Selfie-Parks werden von Reiseführern und Rangern betreut und durch Kameras abgesichert, damit keine Unfälle durch waghalsige Aktionen passieren. Denn neben Überfüllung häufen sich auch Unfälle beim Selfie-Schiessen.
Strandaufenthalt nur mit Reservierung
Auch am Ferienstrand kann es schnell voll werden. Deshalb setzen einige Badeorte auf Einschränkungen für Besucher. So gelangt man an einige Strände auf der italienischen Ferieninsel Sardinien nur, wenn man zuvor online oder mittels App einen Platz reserviert hat. In La Pelosa etwa kostet der Strandbesuch 3,50 Euro pro Person.
Auch auf der griechischen Insel Santorini oder in der italienischen Lagunenstadt Venedig sollen Eintrittsgebühren den Ansturm an Touristen bremsen.
Warnungen bei Google-Suche nach Partytrip
2023 führte die niederländische Stadt Amsterdam eine Onlinekampagne ein. Wer im Internet nach Angeboten für Pub Crawls oder Junggesellenabschiede in Amsterdam suchte, bekam Videos angezeigt, in denen vor Konsequenzen von Party-Exzessen gewarnt wird, etwa Geldbussen oder Verhaftungen.
Grund dafür: Immer wieder habe die Stadt mit Betrunkenen zu kämpfen, die in der Öffentlichkeit urinierten, sich übergaben oder sich auszogen, berichtet die BBC.