Wie ist das überhaupt möglich? Experte ordnet ein
Frau schleicht sich zweimal ohne Ticket ins Flugzeug

Swetlana Dalí aus den USA schaffte es zweimal, sich ohne Ticket, in ein Flugzeug zu schleichen. Ein Experte erklärt, wie das überhaupt möglich ist.
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Svetlana Dalí mischte sich im November 2024 unter eine grosse Familie, um sich ohne Ticket in ein Flugzeug zu schleichen.
Foto: Screenshot CNN

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Russin Swetlana Dalí schleicht erneut ohne Ticket in Flugzeug
  • Reise von Newark nach Mailand, Festnahme am Zielflughafen
  • Erster Vorfall Ende 2024: New York nach Paris, Festnahme in Paris
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Mattia JutzelerRedaktor News

«Es ist ja nicht so, als könnte sie sich jeden Tag heimlich in ein Flugzeug schleichen», sagte der Anwalt von Swetlana Dalí bei ihrer Verhandlung Ende 2024. Die russische Staatsbürgerin mit Wohnort in den USA schlich sich damals ohne Ticket in ein Flugzeug und reiste so von New York nach Paris. 

Zuerst schmuggelte sie sich an der Passkontrolle vorbei und mischte sich dann unter eine grosse Familie, um so unbemerkt ins Flugzeug zu kommen. An Bord versteckte sich Dalí eine lange Zeit auf dem WC. Schliesslich wurde sie aber trotzdem von der Besatzung erwischt. In Paris wurde die blinde Passagierin dann festgenommen. Für ihr Vergehen musste sie eine Haftstrafe absitzen. Daraus gelernt, hat sie aber offenbar nichts.

Diesmal gings nach Mailand

Denn: Dalí wiederholte diese Aktion keine zwei Jahre später. Am Mittwoch schmuggelte sie sich erneut in ein Flugzeug, berichtet CNN. Diesmal ging die Reise von Newark in New Jersey nach Mailand.

Erneut wird sie an ihrem Zielflughafen von den Behörden festgenommen. Wie es die blinde Passagierin diesmal geschafft hat, sich ohne Ticket in ein Flugzeug zu schleichen, ist noch nicht bekannt. «Wir untersuchen den Vorfall und arbeiten mit den zuständigen Behörden zusammen», erklärt eine Sprecherin der betroffenen Airline gegenüber dem Fernsehsender.

«Ausserordentlich seltene» Fälle

Am Flughafen Zürich scheinen die Mitarbeitenden besser aufzupassen als in den USA. Zumindest ist den Verantwortlichen kein vergleichbarer Vorfall eines mehrfachen blinden Passagiers aus der Schweiz bekannt. «Alle Passagiere durchlaufen am Flughafen Zürich eine Sicherheitskontrolle sowie mehrmalige Prüfungen der Bordkarte», heisst es auf Anfrage von Blick.

Auch Simon Sommer, Jurist für Fluggastrecht bei cancelled.ch, bestätigt, dass solche Fälle generell «ausserordentlich selten» sind. «Damit eine Person ohne Ticket tatsächlich an Bord gelangt, müssten mehrere Kontrollstufen gleichzeitig versagen und von Passagier-Seite her bewusst umgangen werden.»

Problematik ist das «Tailgating»

Trotzdem gibt es laut dem Experten gewisse Schwachstellen an Flughäfen, die solche blinden Passagiere ausnutzen können. Eine bekannte Problematik sei das sogenannte «Tailgating». Sommer zu Blick: «Dabei schliesst sich eine unbefugte Person unmittelbar an eine berechtigte Person an und passiert Kontrollpunkte praktisch ‹im Windschatten›, etwa bei Boarding-Situationen mit hohem Passagieraufkommen.» Genau diesen Trick machte sich Swetlana Dalí zunutze, um ihren Flug nach Paris im Jahr 2024 zu erwischen. 

Eine weitere Sicherheitslücke gibt es bei Flügen innerhalb des Schengen-Raumes. «Da findet am Gate in vielen Fällen kein systematischer Abgleich zwischen Bordkarte und Reisepass oder Identitätskarte mehr statt», so der Jurist. «In stark frequentierten Situationen kann dadurch das Risiko steigen, dass sich jemand unbemerkt durchschleust.»

Trotzdem betont Sommer, dass insbesondere europäische Flughäfen «sicherheitstechnisch robust organisiert sind». Strukturelle Sicherheitslücken, die blinde Passagiere ausnutzen können, wären keine ersichtlich.

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