Darum gehts
- Kim Yumi flüchtete 2023 mit ihrer Familie per Holzboot aus Nordkorea
- Nordkoreanische Küstenwache verfolgt, entkommt durch ins Wasser geworfene Netze
- Familie litt unter Hunger: nur eine Mahlzeit pro Tag, oft Grassuppe
Eine junge Mutter aus Nordkorea ist auf dramatische Weise aus ihrem Heimatland geflüchtet. Kim Yumi erzählt gegenüber «CH Media», wie sie in einer stürmischen Nacht über die Grenze floh.
Gemeinsam mit ihrer Familie flüchtete die Nordkoreanerin 2023 per Holzboot aus Nordkorea. «Wir entschieden uns bewusst für die Dunkelheit und für schlechtes Wetter», erzählt Yumi. Doch die nordkoreanische Küstenwache entdeckte das Boot dennoch. Sie seien ihnen nachgefahren.
Nur durch Zufall überlebt
«Wir warfen Gegenstände ins Meer, um die Verfolger zu irritieren», berichtet Yumi. Die Flucht gelang. «Wir vermuten, dass sich eines der Fischernetze, die wir ins Wasser geworfen hatten, in ihrem Motor verfangen hat.» Wären sie gefasst worden, hätte das nordkoreanische Regime sie umgebracht, ist sich Yumi sicher. «Wenn die Soldaten uns eingeholt hätten, wären wir tot gewesen.»
Wie die junge Frau gegenüber «CH Media» erzählt, hatte sie vor ein paar Jahren noch Hoffnung. Viele glaubten, es gebe Reformen, als Kim Jong Un (41) an die Macht kam. Doch es wurde nicht besser, sondern schlimmer.
«Grassuppe» einzige Mahlzeit am Tag
Der extreme Hunger habe die Familie an ihre Grenzen kommen lassen. Untere Schichten hätten jeweils nicht einmal eine Mahlzeit pro Tag. «Manchmal besteht sie nur aus Maismehl, gemischt mit Gras – eine Art Grassuppe.» Auch arbeiten sei praktisch unmöglich.
Der entscheidende Moment kam dann im November 2022. Kim Jong Un zeigte erstmals öffentlich seine Tochter Kim Ju Ae. Dies sei ein deutliches Signal für seine Nachfolge gewesen. Für die Familie war klar, dass die Kim-Dynastie weitergeführt würde.
«Spätestens da wurde uns klar, dass sich nichts ändern wird», sagt die Frau. Laut dem südkoreanischen Nachrichtendienst wurde die Nachfolge mittlerweile auch formell geregelt.