Darum gehts
- Italienische Familie erkrankte nach Fischessen an Heiligabend, Tochter und Mutter tot
- Notaufnahme wies Familie trotz Beschwerden zweimal ab
- Bürgermeister und Gemeinde fassungslos
Nach einem fischlastigen Essen an Heiligabend erkrankte die gesamte Familie: Sara D.* (†15) verstarb am Samstagabend im Cardarelli-Spital in der italienischen Provinz Campobasso. Am Sonntag schied auch ihre Mutter Antonella D.* (†50) aus dem Leben. Über das tragische Weihnachtsdinner berichtete unter anderem der italienische öffentlich-rechtliche Sender Rai.
Es hatte Fisch und Meeresfrüchte gegeben, darunter Muscheln. Nach wenigen Stunden fühlten sich Vater, Mutter und Tochter unwohl. Sie suchten die Notaufnahme auf, wurden aber zweimal abgewiesen.
Bürgermeister geschockt
Am Samstagabend kam der Wendepunkt. Mit unerträglichen Schmerzen und Koliken wurde die komplette Familie in kritischem Zustand ins Spital eingeliefert. Vater und Tochter wurden direkt auf die Intensivstation gebracht, die Mutter landete auf der Normalstation.
Um 22.30 Uhr wurde der Tod der Tochter festgestellt. Keine 24 Stunden später verstarb auch die Mutter.
Nun soll eine Autopsie klären, ob eine Vergiftung oder Unverträglichkeit die beiden Todesfälle verursacht hat. Erste Hinweise sollen auf eine Lebensmittelvergiftung hindeuten. Die Polizei ermittelt gegen fünf Ärzte. Der Ehemann befand sich auch am Montag noch in ernstem Zustand im Spital.
«Wir sind zutiefst erschüttert; diese Tragödie macht uns fassungslos», zitiert die italienische Nachrichtenagentur Ansa Antonio Tommasone, den Bürgermeister von Pietracatella, wo die Familie lebte. «Die ganze Stadt ist fassungslos über dieses Unglück. Ich spreche der Familie mein Beileid aus.»
Lebensmittel aus Kühlschrank werden analysiert
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Totschlags und fahrlässiger Körperverletzung gegen die fünf Verdächtigen erhoben. Zwei von ihnen sollen venezolanische Staatsbürger sein. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Ansa aus Ermittlungskreisen.
Im Haus wurden Lebensmittel aus dem Kühlschrank beschlagnahmt, insbesondere «Muscheln, Miesmuscheln, Tintenfische, Kabeljau und Pilze, die am 24. Dezember verzehrt wurden.» Dies erklärte Giovanni Di Santo, Generaldirektor der regionalen Gesundheitsbehörde von Molise, und fügte hinzu, dass diese Lebensmittel zur entsprechenden Analyse an ein Institut geschickt wurden.
Es ist nicht das erste tödliche Weihnachtsessen in Italien 2025. Am Freitag war durch die Medien gegangen, dass in der Stadt Turin ein Mann sich an einem Stück Panettone und einem Schnitz Mandarine verschluckte und erstickte.
* Namen bekannt