In der Strasse von Hormus führt der Iran-Konflikt weiterhin zu Konfrontationen. An einen gänzlich normalen Schiffsbetrieb durch die wichtige Transportroute für Erdöl und Flüssiggas ist noch immer schwer zu denken. Am Montag griffen US-Streitkräfte zwei iranische Kleinboote vor der Küste der Hafenstadt Kargan – unweit der iranischen Insel Larak – an. Wie US-Beamte gegenüber «Axios» mitteilten, griff das US-Militär die Kleinboote an, nachdem die islamischen Revolutionsgarden dabei versucht hatten, eine Drohne der US-Marine zu entwenden, die in der Strasse von Hormus patrouillierte.
Das US-Militär hatte den Angriff zunächst nicht offiziell bekannt gegeben. Iranische Medien sprachen von einem Drohnenangriff auf «Fischerboote». Laut Ahmad Nafisi, dem stellvertretenden Gouverneur der Provinz für Sicherheitsangelegenheiten werde eine nicht näher bezeichnete Anzahl von Fischern vermisst.
US-Militär stoppt iranischen Beschlagnahmungsversuch
Wie die US-Beamten nun gegenüber «Axios» erklärten, hätten die US-Streitkräfte den iranischen Versuch erkannt, die US-Marine-Drohne zu entwenden. Daraufhin hätten sie zwei Raketen auf die Kleinboote abgefeuert, wodurch diese zerstört wurden. Die meisten Besatzungsmitglieder seien dabei offenbar ums Leben gekommen.
Der Sprecher des US-Zentralkommandos (Centcom), Tim Hawkins, bestätigte den Beschlagnahmungsversuch gegenüber dem Nachrichtenportal und erklärte: «Iranische Kleinboote haben kürzlich versucht, ein unbemanntes US-Oberflächenfahrzeug in ihren Besitz zu bringen, waren jedoch erfolglos, nachdem Centcom mit Nachdruck reagiert hatte.» Die Marine-Drohne befinde sich noch immer in US-Kontrolle betonte Hawkins.
Täglich passieren 40 Schiffe die Meerenge
Zudem erklärten die US-Beamten gegenüber «Axios» weiter, dass das US-Militär und die Golfstaaten sich verstärkt für eine sichere Durchfahrt in der Strasse von Hormus einsetzten. So werden Tanker demnach nicht mehr nur nachts, sondern auch tagsüber durch die Meerenge geleitet. Die US-Streitkräfte hätten zudem die von Minen geräumten Abschnitte in der mittleren Schifffahrtsroute erweitert.
Nach Angaben eines US-Beamten gegenüber «Axios» passieren nun täglich 40 Schiffe die Strasse von Hormus – unter der Führung und dem Schutz des US-Militärs. Nach Angaben des US-Beamten würden dabei täglich werden rund 14 Millionen Barrel Öl exportiert.
Am Wochenende kam es zu einem weiteren Vorfall in der Strasse von Hormus. Der unter panamaischer Flagge fahrende Öltanker «MT EL Gaia», der bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden war, wurde nach Angaben des Centcom am Wochenende von einer Drohne getroffen. Die islamischen Revolutionsgarden hatten in einer Mitteilung zuvor behauptet, der Öltanker sei beim Überfahren von Seeminen explodiert.