Darum gehts
- Javier Milei spricht am Mittwoch am WEF um 15.45 Uhr nach Donald Trump
- Milei begleitet von Entourage, darunter Minister mit Schweizer Wurzeln
- Friedensrat-Charta wird am Donnerstag unterzeichnet
Bei all dem Streit über Grönland und mehreren ungelösten internationalen Konflikten herrscht am World Economic Forum (WEF) in Davos in manchen Momenten auch gute Laune. Etwa, wenn sich Bundespräsident Guy Parmelin (66) und der argentinische Präsident Javier Milei (55) treffen. Bilder vom Mittwochvormittag zeigen die beiden Politiker lächelnd beim Händeschütteln. Milei nimmt bereits zum dritten Mal am WEF teil.
Im vergangenen Jahr hielt Milei ein flammendes Plädoyer für den Kapitalismus. Er wetterte zudem gegen die «Woke-Ideologie», Abtreibungen und «fanatischen Umweltschutz». In diesem Jahr dürfte Milei, der sich als Kettensägen-Präsident vor allem mit Deregulierung einen Namen machte, teils ähnliche Töne in Richtung linker Bewegungen anschlagen.
Milei spricht nach Trump
Ein Fokus dürfte diesmal auch auf der Huldigung von US-Präsident Donald Trump (79) liegen. Milei spricht am Mittwoch um 15.45 Uhr, direkt im Anschluss an Trump.
Der liberale Präsident wird seine Rede nutzen, um die Annäherung an die Vereinigten Staaten zu bekräftigen. Gleichzeitig wird er sich laut dem TV-Sender Canal 26 für einen uneingeschränkten Welthandel aussprechen und eine Bilanz zu seinem eigenen wirtschaftlichen Kurs ziehen, Eigenlob inklusive. Die Rede wird rund 30 Minuten dauern.
Begleitet wird Milei in Davos von seiner Schwester Karina. Sie ist Generalsekretärin des argentinischen Präsidenten. Auch Aussenminister Pablo Quirno (59) und Wirtschaftsminister Luis Caputo (60) sind Teil der Entourage. Mit dem Minister für Deregulierung und Transformation, Federico Sturzenegger (59), hat Milei sogar einen Politiker mit Schweizer Wurzeln mitgenommen. Sturzeneggers Familie väterlicherseits stammt aus Appenzell.
Argentinien wird Teil von Trumps Friedensrat
Nach der Rede steht für Milei am Donnerstag noch ein wichtiger Programmpunkt an. Dann wird er an der Unterzeichnungszeremonie des Friedensrates teilnehmen, der von Trump ins Leben gerufen wurde, um Frieden im Gazastreifen anzustreben. Trump plant mittlerweile, den Friedensrat zu einem weltweit zuständigen Gremium auszubauen.
Im ersten Kapitel der Charta heisst es, der Friedensrat sei eine «internationale Organisation», die «die Stabilität fördern, verlässliche und gesetzliche Führung wiederherstellen und in Gegenden, die von Konflikten betroffen oder bedroht sind, dauerhaften Frieden wiederherstellen will». Kritiker sehen darin eine Art Gegen-Uno.