Wahlen in Israel
Netanyahu verliert Regierungsmehrheit

Hochrechnungen zeigten, dass es ein enges Rennen werden könnte zwischen Benjamin Netanyahus Regierung und der Opposition. Nun sind die Stimmen ausgezählt. Israels Ministerpräsident hat seine Regierungsmehrheit verloren.
Kommentieren
1/7
Die Stimmen nach den Wahlen in Israel sind ausgezählt.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Die Stimmen nach den Wahlen in Israel sind ausgezählt
  • Keine der Parteien konnte eine Mehrheit erzielen
  • Netanyahus Likud-Partei bleibt jedoch stärkste Kraft im Knesset
Angela_Rosser_Journalistin NewsDesk_Ringier AG_2-Bearbeitet.jpg
Angela RosserJournalistin News

Die israelische Parlamentswahl 2026 endet ohne klare Mehrheit. Netanyahus rechtskonservative Likud-Partei bleibt mit 27 Sitzen zwar die stärkste Kraft, die arabischen Parteien erzielen mit 19 Mandaten jedoch ein historisches Ergebnis. Dieser Wahlausgang ist ein herber Schlag für Benjamin Netanyahu (77).

Sein Bündnis aus rechten, rechtsextremen und religiösen Parteien erzielte nur noch 53 der 120 Sitze in der Knesset – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 64 Mandaten von 2022, wie «Bild» berichtet. Für eine Regierungsmehrheit sind 61 Sitze nötig, doch auch die Opposition unter dem ehemaligen Generalstabschef Gadi Eisenkot verpasst dieses Ziel mit 48 Sitzen klar.

Netanyahu büsst Mandate ein

Netanyahus Likud-Partei bleibt mit ihren 27 Sitzen die stärkste Kraft im Parlament, büsste jedoch fünf Mandate ein. Die von den arabischen Parteien fast verdoppelten Sitze sind ein historisches Resultat, das zu einem entscheidenden Faktor in den anstehenden Koalitionsgesprächen wird.

Eine Zusammenarbeit zwischen Eisenkots Lager und den arabischen Parteien gilt dennoch als unwahrscheinlich. Laut «Bild» hat Eisenkot eine direkte Regierungsbeteiligung der arabischen Parteien kategorisch ausgeschlossen. Er stellt strenge Bedingungen, was die ohnehin komplexen Verhandlungen weiter erschwert.

Höchste Wahlbeteiligung seit 1999

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit 1999 und zeigt das grosse politische Interesse im Land. Nun liegt es an Präsident Isaac Herzog, eine Lösung zu finden. Er wird in den kommenden Tagen Gespräche mit den Parteien führen, um einen Regierungsbildner zu bestimmen.

Doch schon jetzt scheint klar: Sollte kein Kompromiss gefunden werden, könnte Israel bald erneut an die Urnen gerufen werden – der politische Stillstand würde sich weiter hinziehen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen