Wasserwerfer gegen Blockaden
Gewaltsame Proteste gegen AfD-Jugend in Deutschland

Die AfD gründete ihre neue Jugendorganisation unter teils gewaltsamen Protesten. Die Polizei schirmte den Veranstaltungsort weiträumig ab und löste Strassenblockaden auf. Dabei kam es zu Zusammenstössen mit Demonstranten.
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6000 Polizisten schützten die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation.
Foto: IMAGO/Eventpress

Die Gründung der AfD-Jugendorganisation sorgte für enorme Proteste mit Tausenden Teilnehmern. Laut der Zeitung «Bild» strömten im deutschen Hessen 30'000 Menschen gegen die rechte Partei auf die Strasse. 6000 Polizisten stemmten sich gegen rund 1000 gewaltbereite Protestierende.

Zwar waren die meisten Demonstranten nach Angaben der Polizei friedlich. Doch es kam auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei.

Demonstranten wollten Gründungskongress verhindern

Die Polizei schirmte den AfD-Veranstaltungsort weiträumig ab und löste Strassenblockaden auf. Dabei kamen mehrfach Wasserwerfer zum Einsatz. Einige Gruppen hatten Strassen in der Umgebung blockiert, um die Anreise zum Gründungskongress mit etwa 800 Teilnehmern zu verhindern. 

Bis Samstagabend hatte die Polizei Kenntnis von zehn leicht verletzten Beamten, man habe aber noch keine abschliessende Zahl. Zu verletzten Demonstrierenden lagen der Polizei einem Sprecher zufolge keine gesicherten Zahlen vor.

Das Uniklinikum Giessen-Marburg zählte am Samstagnachmittag etwa 15 Demonstranten, die sich dort behandeln liessen. Offen war auch, wie viele Personen möglicherweise vorläufig festgenommen wurden oder einen Platzverweis erhielten.

Ersatz für rechtsextreme Junge Alternative

Die Veranstaltung zur Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation begann wegen der Proteste mit etwa zweistündiger Verspätung. Auch die AfD-Chefs Alice Weidel (46) und Tino Chrupalla (50) kamen nicht pünktlich an. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt (35) wurde nach eigenen Angaben auf dem Weg zur Halle geschlagen und erlitt dabei Verletzungen im Gesicht.

Die neue AfD-Jugendorganisation wurde am Nachmittag gegründet, erster Vorsitzender der Generation Deutschland (GD) wurde Jean-Pascal Hohm (28). Im Gegensatz zur aufgelösten Jungen Alternative soll die GD eng an die AfD angebunden sein. Mitmachen können alle AfD-Mitglieder unter 36 Jahren.

Die Junge Alternative war vom deutschen Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft worden und galt als Kampftruppe von AfD-Faschist Björn Höcke (53). Auch die Mutterpartei selbst wird als rechtsextremistischer Verdachtsfall geführt.

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