Veraltete Kampfpanzer
Russland greift auf «Sowjetunion-Tiger» zurück

Russland reaktiviert alte Panzer aus Sowjetzeiten. Wegen massiver Verluste und erschöpfter Ressourcen sollen die alten Maschinen modernisiert und wieder einsatzfähig gemacht werden. Bis 2036 könnten es laut Berichten 2000 neue Panzer sein.
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Die Russen passen offenbar ihre Panzer-Produktion an.
Foto: IMAGO/Gavriil Grigorov

Darum gehts

  • Russland reaktiviert alte T-72-Panzer wegen erschöpfter Ressourcen im Ukraine-Krieg
  • Viele Panzer lagerten ungeschützt und benötigen umfangreiche Reparaturen
  • Bis 2036 sollen bis zu 2000 Panzer modernisiert werden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Janine EnderliRedaktorin News

Russland holt alte Kriegsmaschinerie aus dem Kalten Krieg zurück auf das Schlachtfeld. Weil die Belastungen immer schwerer wiegen, greift Russland laut dem ukrainischen Portal Militarnyi wieder auf ältere Kampfpanzer zurück. 

Die Ressourcen an aktuell verwendeten Panzern scheinen erschöpft zu sein. Vier Jahre Krieg haben den Truppen offenbar erhebliche Verluste zugefügt – zahlreiche Fahrzeuge könnten im Kampf beschädigt worden sein. Vor diesem Hintergrund plant Moskau offenbar Anpassungen in der Panzerproduktion.

Panzer war als «sowjetischer Tiger» bekannt

Um dieser Schwachstelle entgegenzuwirken, plant Russland nun, die T-72A-Panzer wieder zu reaktivieren. Der Panzer, der zu Sowjetzeiten als «sowjetischer Tiger» bekannt war, wiegt 41 Tonnen. Die Maschine ist mit einer 125‑Millimeter-Glattrohrkanone ausgestattet und besitzt einen automatischen Lader, der die Granaten selbständig nachführt. Heute gilt der Panzer als ältere Bauart. 

Erstmals wurden die T-72-Panzer in den 1970er-Jahren entwickelt und galten lange Zeit als Rückgrat sowjetischer Kampftruppen. 

Fahrzeuge ungeschützt gelagert

Die Aufrüstung der «Tiger» dürfte sich jedoch nicht ganz einfach gestalten. Viele dieser Panzer wurden zuvor ungeschützt im Freien gelagert, was zusätzliche Reparaturen notwendig macht. 

Einen alten T‑72A‑Panzer so umzubauen, dass er wie der moderne T‑72B3M funktioniert, ist technisch schwierig. Es müssen viele Teile ausgetauscht werden: die Computer und Technik im Panzer, das Fahrwerk, der automatische Lader, der die Munition nachführt, und auch die Panzerung am Körper und Turm des Fahrzeuges. 

Offenbar finden beim Rüstungsunternehmen Uralwagonsawod entsprechende Arbeiten statt, wie Militarnyi unter Berufung auf Aufnahmen und Unterlagen aus dem Unternehmen berichtet. Analysten vom Informationsprojekt Frontelligence Insight erklärten laut Militarnyi, Russland habe im Herbst 2025 geplant, mehr als 800 T-72-Panzer über zehn Jahre hinweg aufzurüsten. 

Neue Details machen Panzer mächtiger

Fotos aus dem Werk zeigen die «Tiger»-Panzer mit neuem Schutzsystem und zusätzlichen Schutzmodulen an den Ketten. 

Ein Analyst erklärt, dass mehrere Zusatzpanzerungen installiert wurden, um anfliegende Geschosse abzuwehren, berichtet der Panzerexperte Andrij Tarasenko auf Telegram.

Neben der neuen Panzerung wird die Modernisierung auch Feuerleitsysteme, Kommunikationsgeräte und Beobachtungstechnik umfassen. Dadurch sollen sie auf ein modernes Einsatzniveau gebracht werden. 

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