Darum gehts
- Norwegische Elitesoldaten nutzen Schneehöhlen im Wald gegen Drohnenangriffe
- Strategisch wichtige Kola-Halbinsel könnte russische Landnahme fördern
- Soldaten ändern alle 15 Minuten ihre Position zur Tarnung
Meterhohe Schneeberge, tiefe Höhlen und dazwischen ein Soldat: Norwegens Elitesoldaten trainieren bei der Nato-Übung «Cold Response» auch den Kampf gegen Drohnen. Dabei setzen sie auf einen uralten Trick. Sie nutzen Schneehöhlen, um sich vor feindlichen Angriffen zu schützen.
Die Soldaten graben die sogenannten Quinzhees, tiefe Hohlräume und Höhlen, von Hand in den Schnee. Das Ziel: sich praktisch unsichtbar zu machen. Laut dem Portal «Defense News» findet die Nato-Übung in einem abgelegenen norwegischen Waldgebiet statt, mehrere Hundert Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Übungen werden im zweijährigen Turnus durchgeführt.
Armeechef Lars Lervik sagt, Drohnen spielen bei der Übung «Cold Response» eine wichtige Rolle. Es werden mehrere Angriffsszenarien durchgespielt. Lervik sagt: «Schnee ist unsere absolut beste Deckung – wir bewegen uns in Dunkelheit, Nebel, Schneefall, wenn unsere Spuren schnell zugeschneit werden, und bei gutem Wetter bleiben wir statisch und verborgen.»
Norweger trainieren gemeinsam mit Eliteeinheiten
Der norwegische General Eirik Kristoffersen (56) warnte bereits Mitte Februar, Russland könnte norwegisches Gebiet besetzen, um seine nuklearen Kapazitäten zu schützen. Besonders die strategisch wichtige Kola-Halbinsel nahe der Grenze steht im Fokus. Diese ist für Russland vor allem wichtig, um die Nato abzuschrecken.
Zu den aktuellen Übungen sagt ein Offizier gegenüber dem Portal: «Es ist eine ständige Weiterentwicklung dessen, was für uns funktioniert und was nicht – was vor vier Jahren noch funktionierte, kann heute wegen der technologischen Entwicklung der Geräte, die uns aufspüren sollen, bereits überholt sein.»
Die norwegische Einheit trainiert mit Kanadiern und Briten die Abwehr und den Angriff. Ihre Erkennbarkeit ist offenbar ein grosses Thema. Die Soldaten müssen ihre Position laut «Defense News» jeweils alle 15 Minuten ändern, um nicht entdeckt zu werden. Gleichzeitig werden unbemannte Systeme eingesetzt, um selbst feindliche Drohnen aufzuspüren.