Darum gehts
- Ukraine greift erstmals russischen Tanker im Mittelmeer mit Drohnen an
- Das Schiff war zum Zeitpunkt des Angriffs leer
- Der Angriff fand 2302 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt statt
Die Ukraine hat zum ersten Mal einen Tanker der russischen Schattenflotte im Mittelmeer mit Drohnen angegriffen, wie Kiew am Freitag mitteilte.
Demnach soll sich das Frachtschiff zum Zeitpunkt des Angriffs an einem nicht genannten Ort rund 2302 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt befunden haben. Dies berichten «Daily Mail», die Nachrichtenagentur Reuters und «RBC-Ukraine» unter Berufung auf eine Quelle im Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU).
Tanker vor Kreta angegriffen?
Als es zum Angriff kam, soll das Schiff nicht beladen gewesen sein. Es ist der erste Angriff dieser Art im Mittelmeer.
Den Berichten zufolge lautete der Name des Tankers Qendil, der infolge des Angriffs schwer beschädigt wurde. Die Operation sei in neutralen Gewässern von der Alpha-Einheit des SBU durchgeführt worden.
Auf der Seehandels-Trackingplattform «marinetraffic.com» ist ersichtlich, dass ein gleichnamiger Tanker sich südwestlich von der griechischen Insel Kreta befindet. Der Tanker ist demnach im Oman angemeldet, dockte zuletzt aber unter anderem im russischen Primorsk an.
«Legitimes Ziel für den Geheimdienst»
«Russland nutzte diesen Tanker, um Sanktionen zu umgehen und Geld zu verdienen, das dann für den Krieg gegen die Ukraine verwendet wurde. Aus völkerrechtlicher und kriegsrechtlicher Sicht ist er daher ein völlig legitimes Ziel für den ukrainischen Geheimdienst SBU. Der Feind muss verstehen, dass die Ukraine nicht aufgeben wird und ihn überall auf der Welt angreifen wird», sagte der Geheimdienstler «RBC-Ukraine».
Kremlchef Wladimir Putin (73) sagte bei seiner im Fernsehen übertragenen Jahrespressekonferenz, das System russischer Energieexporte sei nicht zerstört worden. Die Attacken führten aber zu höheren Versicherungskosten und stellten eine zusätzliche Bedrohung dar. «Eine Antwort von unserer Seite wird definitiv folgen», drohte Putin.
Putin: «Eine Reaktion wird folgen»
Russland wird vorgeworfen, die westlichen Sanktionen mit den Öltankern der sogenannten «Schattenflotte» zu umgehen. Angemeldet sind diese in der Regel auf Drittländer.
Die Qendil lud zuletzt im indischen Hafen von Sikka Öl ab und wollte dann nach Ost-Luga in Russland fahren. Die Ukraine hat seit Kriegsbeginn immer wieder russische Tanker und Ölraffinerien beschädigt oder zerstört.