Schiessen per Biss
Was hinter Putins Helmpatent steckt

Russland tüftelt an einer ungewöhnlichen Drohnenabwehr: Ein neuer Helm soll eine Waffe tragen, die sich per Biss oder Sprachbefehl auslösen lässt. Doch das ist längst nicht die einzige spektakuläre Waffe im Ukrainekrieg.
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So soll der russische Drohnenabwehrhelm aussehen. Ausgestattet mit Laser (4), Gehörschutz (8) und dem Mundstück zum Auslösen der Waffe (6).
Foto: Rospatent

Darum gehts

  • Russisches Patent: Ein Helm soll Drohnen per Biss oder Sprachbefehl abwehren
  • FPV-Drohnen kosten wenig, treffen Ziele präzise und behindern Bewegungen und Nachschub
  • Russland nutzt Oreschnik als schnelle Rakete, die Ukraine setzt Flamingo für weite Schläge ein
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Ein russischer Helm soll feindliche Drohnen abschiessen – ausgelöst durch einen einfachen Biss auf das Mundstück oder per Sprachbefehl. Was nach Science-Fiction klingt, ist laut «Bild» ein neues Patent aus Moskau. Gezielt wird per Laser und Visier, die Hände bleiben frei. Doch Beweise von der Front fehlen: Bislang gibt es keine Belege für Tests oder Serienbau.

Andere Waffensysteme prägen den Krieg dagegen schon heute.

«Thors Hammer» fliegt gegen Russland

Die Ukraine hat mit «Thors Hammer» eine neue Mittelstreckendrohne vorgestellt. Laut dem Hersteller Skyfall soll sie bis zu 600 Kilometer weit fliegen und bis zu 50 Kilogramm Sprengstoff transportieren können. Der Preis pro Stück wird auf rund 25'000 US-Dollar geschätzt. Die Drohne ist für Angriffe auf militärische Ziele weit hinter der Front gedacht, darunter Flugplätze, Gefechtsstände und andere Anlagen. Sie wird per Katapult gestartet und erreicht laut Hersteller bis zu 180 km/h.

Künstliche Intelligenz unterstützt die Drohne bei der Navigation und beim Anflug auf das Ziel. Die endgültige Entscheidung über einen Angriff soll jedoch weiterhin ein menschlicher Operator treffen. Ob «Thors Hammer» bereits im Kriegseinsatz verwendet wird, ist bislang nicht unabhängig bestätigt. Die technischen Angaben beruhen hauptsächlich auf Informationen des Herstellers Skyfall.

Oreschnik: Putins Hyperschall-Rakete

Mit der Oreschnik setzt Russland auf eine ballistische Mittelstreckenrakete mit extrem hohem Tempo. Sie trägt mehrere Gefechtsköpfe, die sich im Flug trennen und unterschiedliche Ziele ansteuern.

Laut ukrainischen Angaben rast die Rakete mit bis zu 13'600 Kilometern pro Stunde ins Ziel. Moskau behauptet, das System lasse sich kaum abfangen. Experten relativieren: Die tatsächliche Trefferquote hängt von Ziel und Abwehr ab. Russland nutzt die Waffe für Angriffe in der Ukraine und als strategische Drohkulisse. Entscheidend ist die Bestückung: konventionell oder nuklear.

FP-5 Flamingo: Kiews Antwort auf Putins Raketen

Auch die Ukraine baut eigene Waffen für Angriffe weit hinter der russischen Front. Die FP-5 Flamingo ist ein Marschflugkörper für weite Präzisionsschläge. Im Gegensatz zu kleinen Drohnen trägt er eine schwere Nutzlast über grosse Distanzen.

Laut dem ukrainischen Militärportal Defense Express griff die Armee damit eine russische Raketenstartanlage an. Die Angaben zu Reichweite und Zerstörungskraft stammen teils von Herstellern und Militärs und lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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