Anti-Trump-Strategie bringt ihn ins Rampenlicht
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Newsoms Aufstieg:Anti-Trump-Strategie bringt ihn ins Rampenlicht

Überraschende Strategie
US-Politiker imitiert Trump – seine Umfragewerte explodieren

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom positioniert sich derzeit als Gegenspieler von Donald Trump. Mit ähnlichen Social-Media-Posts und kopiertem Merch greift er den US-Präsidenten an. Die Zahlen zeigen: Die Strategie ist erfolgreich.
Publiziert: 30.08.2025 um 18:29 Uhr
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Aktualisiert: 30.08.2025 um 19:26 Uhr
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Gavin Newsom hat Grund zur Freude.
Foto: Anadolu via Getty Images

Darum gehts

  • Gavin Newsom greift Donald Trump an und nutzt dessen Stilmittel
  • Newsom kopiert Trumps Social-Media-Stil und verkauft ähnliche Merchandise-Artikel
  • Newsoms Follower auf X verdoppelten sich auf über 500'000 User
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

«Wir müssen Feuer mit Feuer bekämpfen». Mit diesen Worten blies Gavin Newsom (57) zum Sturm gegen den amtierenden Präsidenten und schwor seine Wählerschaft auf die Midterms 2026 ein. In den sozialen Medien kommt man kaum noch an dem demokratischen Gouverneur vorbei. Seit Tagen wettert der 57-Jährige gegen Donald Trump (79).

Zuletzt schlug er vor, die Nationalgarde in den von Republikanern regierten Bundesstaat Louisiana zu schicken – die Tötungsdelikte seien dort viermal so hoch wie in Kalifornien. Ein klarer Seitenhieb auf Trumps Vorgehen, der etwa Truppen in Grossstädte entsandte, die von Demokraten regiert werden, um Recht und Ordnung durchzusetzen. Doch wie erfolgreich und seriös ist Newsoms Strategie wirklich – politische Genialität oder peinliche Plattitüde?

Newsoms Vorgehen ist prägnant, zugespitzt und provozierend. Er nutzt Trumps Stilmittel und dreht sie gegen ihn. Zumindest im Netz scheint Newsoms Taktik aufzugehen. Seit Beginn dieses Monats hat sich die Zahl der Follower auf dem X-Kanal seines Pressebüros mehr als verdoppelt – auf über 500'000 User.

Hier sind die vier wichtigsten Aktionen des demokratischen Gouverneurs, bei denen er Trump «imitierte» und versuchte, ihm und seiner Politik einen Spiegel vorzuhalten:

Newsom postet wie Trump

Newsoms Team begann, Trumps markanten Social-Media-Stil auf der Plattform X zu kopieren: Posts in Grossbuchstaben, provokante Spitznamen wie «TINY HANDS», überspitzte «Breaking News»-Meldungen und humorvolle Drohgebärden. Diese Form des «Trollens» wurde von vielen als mutige und zugleich unterhaltsame Gegenwehr gewertet. Die Methode generierte grosse Aufmerksamkeit. Doch Kritiker warnen, dass Newsom mit dieser Inszenierung die politische Debatte ins Lächerliche ziehen könnte.

Newsom kopiert Trump-Merch

Öffnet man den Merchandise-Shop von Gavin Newsom, so wird man von Trump-ähnlichen Motiven regelrecht überflutet. So erinnert etwa eine rote Cap mit weissem Schriftzug an die MAGA-Cap von Trump. Statt «Make America Great Again» steht dort allerdings «Newsom Was Right About Everything». Kaufen kann man ebenfalls eine Tasse mit der Aufschrift «Newsom 2026», wobei der Schriftzug stark an Trumps Motiv «Trump 2024» erinnert. Schliesslich gibt es für schlappe 100 Dollar sogar eine Bibel, die gemäss Shop ausverkauft ist. Eine klare Kopie von Trumps Strategie, der seinerseits auch eine Bibel für 60 Dollar verkauft. Die Shop-Strategie scheint für Newsom jedenfalls aufzugehen – laut GQ verdiente der Gouverneur in nur 24 Stunden 300'000 Dollar mit den Fanartikeln.

Kampf gegen republikanisches Gerrymandering

Newsom legte auch im Kampf um Wahlkreise nach. Nachdem Texas angekündigt hatte, die Wahlkreise so umzugestalten, dass demokratische Sitze verloren gehen, forderte Newsom Ähnliches auch in Kalifornien – allerdings in die Gegenrichtung. Er positioniert sich somit nicht nur als Gegner Trumps, sondern auch als Kämpfer gegen republikanische Strategien, die demokratische Mehrheiten untergraben sollen. Damit baute Newsom sein Profil als entschlossener Gegenpol zu Trump und seiner Partei aus.

Einsatz spezieller Polizeiteams

Als Gegenentwurf zu Trumps Nationalgarden-Einsätzen hat Newsom eigene lokale Sicherheitsmassnahmen ergriffen: Er entsandte sogenannte Kriminalitätsbekämpfungsteams in Regionen Kaliforniens mit hoher Kriminalitätsrate. Zugleich betonte er die sinkenden Zahlen im ganzen Bundesstaat. Dabei hob er hervor, dass Kalifornien auf Zusammenarbeit setze und nicht auf übereilte Militär-Deployments, wie sie Trump versuchte. Damit erziele man «echte Ergebnisse», heisst es auf seiner Webseite.

Bis jetzt scheint die aggressive Anti-Trump-Strategie für Gavin Newsom aufzugehen. Nebst den Verdiensten mit Fanartikeln und dem Gewinn von Social-Media-Followern steigt auch die Popularität des Demokraten. Gemäss einer kürzlich veröffentlichten Umfrage von Morning Consult unterstützen derzeit 19 Prozent von Demokraten und Demokraten-nahen Wählern den Gouverneur. Erst im Juni waren es noch 11 Prozent.

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