Keine Warnungen vor russischen Angriffen an die Ukraine
Trump hält Putin den Rücken frei

Ohne US-Frühwarnung und unter Dauerbeschuss: Nach schweren Treffern auf Kiews Energieversorgung wirft Präsident Selenski Washington vor, die Ukraine im Stich zu lassen – während Moskau die Angriffe massiv verschärft.
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In der Nacht auf Mittwoch nahmen die Russen wieder Kiew unter Beschuss.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Russland hat seine Angriffe auf Kiew massiv verschärft
  • Getroffen wurden ein Wohnblock und zentrale Energieanlagen
  • Selenski rügt fehlende US-Warnungen und ignorierte Trump-Appelle
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Guido FelderAusland-Redaktor

Volltreffer auf einen Wohnblock und ebenso Volltreffer auf eine der zentralen Energieanlagen in Kiew: Die Russen haben in der Nacht auf Mittwoch wieder zugeschlagen. Sie haben ihre nächtlichen Angriffe gegen die Ukraine in den vergangenen Tagen massiv intensiviert.

Lange Zeit war es den Ukrainern gelungen, die meisten Geschosse der Russen abzuwehren. Doch das wird immer schwieriger. Denn die Amerikaner, die Kiew dank ihrer weltweiten Überwachungssysteme rechtzeitig vor Angriffen informieren konnten, lassen die Ukrainer im Stich.

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In der Nacht auf Mittwoch schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) auf X: «Ein russischer Angriff mit ballistischen Raketen auf Kiew. Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern.» Die ukrainischen Systeme hätten die Raketen erst erfasst, als sie bereits «praktisch im Anflug auf Kiew» waren.

Doppelt bestraft

Von einem Unterbruch der Angriffe auf Energieanlagen, wie es US-Präsident Donald Trump (80) von beiden Seiten fordert, sei keine Spur, sagte Selenski. Im Gegenteil. Laut den ukrainischen Geheimdiensten bereite Russland weitere Starts ballistischer Raketen vor. «Die Fakten zeigen, dass die Russen sich nicht an das gebunden fühlen, was der Präsident der Vereinigten Staaten gesagt hat.»

Die Ukrainer fühlen sich doppelt bestraft. Selenski beklagt sich, dass die Ukraine trotz der russischen Missachtung einer Waffenruhe nicht einmal mehr über Raketenstarts vorgewarnt würde. Er beschuldigt die USA zwar nie namentlich, aber indirekt: «Es ist wichtig, dass die Vereinigten Staaten wirklich sehen, was hier vor sich geht und wer dafür verantwortlich ist, dass dieser Krieg weitergeht.»

Selenski gibt sich dennoch siegessicher. Er schreibt: «Wir arbeiten daran, unsere Luftverteidigung mit antiballistischen Raketen aufzustocken.»

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