Darum gehts
- USA-Nato-Beziehungen angespannt: Trump enttäuscht nach Washington-Treffen wegen mangelnder Iran-Unterstützung
- Rutte nennt Trump weiter «Daddy», setzt auf Kumpelei und Deeskalation
- Russland verliert in der Ukraine massiv Soldaten: Nato sieht Frontentwicklung dennoch negativ
Nach dem enttäuschenden Treffen in Washington ist das Verhältnis zwischen den USA und der Nato stark belastet. US-Präsident Donald Trump (79) wirft den europäischen Verbündeten vor, ihn im Iran-Konflikt – insbesondere bei der Sicherung der Strasse von Hormus – im Stich gelassen zu haben und denkt weiterhin über einen Nato-Austritt nach.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) versucht alles, um die Wogen zu glätten. Bei einem Auftritt in Washington am Donnerstag betonte er die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft und räumte ein, dass einige europäische Länder «zu langsam» auf Trumps Bitte um Unterstützung reagiert hätten. Gleichzeitig hob er hervor, dass die Allianz stärker werde und Europa mehr Verantwortung übernehmen müsse.
Rutte lehnt Nato-Beitritt der Ukraine aktuell ab
Rutte beschrieb eine «Ära des Wandels» und forderte mehr militärische Investitionen, da sich die USA stärker auf den Indo-Pazifik konzentrieren. Die Nato befinde sich in einem «knappen Rennen» mit China und Russland bei der Aufrüstung.
Zum Ukraine-Krieg sagte Rutte, die Lage bleibe schwierig: Russland verliere zwar massiv Soldaten, dennoch entwickle sich die Front «in die falsche Richtung». Ziel sei ein Friedensdeal mit glaubwürdigen Sicherheitsgarantien. Ein Nato-Beitritt der Ukraine sei aktuell jedoch «nicht auf dem Tisch».
Rutte versucht es weiter über Kumpelei
Zugleich warnt Rutte vor einer engeren Zusammenarbeit von Russland, Iran, Nordkorea und Belarus. Auch globale Konflikte seien zunehmend miteinander verknüpft.
Im Umgang mit Trump setzt Rutte weiterhin auf Deeskalation. Er spricht von «offenen und ehrlichen» Gesprächen und räumte Trumps Enttäuschung ein. Der Balanceakt bleibt heikel: Der US-Präsident ist so verärgert wie lange nicht – und Ruttes Rolle als Vermittler steht stärker denn je unter Druck. «Manchmal muss Daddy wütend sein», will Rutte Trump zur Situation im Iran gesagt haben. Ob solche Kumpeleien in der angespannten Situation wirklich helfen, muss sich erst noch zeigen.
Den Liveticker mit den wichtigsten Aussagen Ruttes findest du hier: