Darum gehts
- 32 Bergsteiger ignorierten Steinschlag-Warnungen und forderten später kostenlose Helirettung am Mont Blanc
- Gemeindepräsident verweigerte Gratis-Rettung: Keine medizinische Notlage, Gefahr hatte sich beruhigt
- Ein Teil buchte private Helis, andere stiegen problemlos zu Fuss ab
32 Bergsteiger ignorierten mehrere Steinschlag-Warnungen am Mont Blanc und stiegen trotzdem auf. Als es ihnen für den Abstieg zu gefährlich wurde, forderten sie eine kostenlose Helirettung. Der zuständige Gemeindepräsident von Saint-Gervais (F), Jean-Marc Peillex, lehnte ab, wie das Portal Aostasera zuerst berichtete.
Wegen der extremen Steinschlaggefahr im Grand Couloir du Goûter hatte Peillex am Dienstag die sofortige Schliessung der Tête-Rousse- und der Goûter-Hütte angeordnet. Der Grund: Hitze und Trockenheit.
Nur private Heli-Flüge autorisiert
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch zahlreiche Bergsteiger oberhalb der gefährlichen Stelle. 32 von ihnen machten sich trotz der Warnungen, weiter zur auf 3835 Metern gelegenen Goûter-Hütte aufzusteigen, um dort die Nacht zu verbringen. Den geplanten Weiterweg Richtung Gipfel sagten sie am nächsten Morgen jedoch ab. Zu Fuss abzusteigen, trauten sie sich ebenfalls nicht mehr zu.
Also forderten sie einen Heli-Flug, der von der französischen Bergrettung hätte durchgeführt werden sollen. Peillex stimmte dem nicht zu. Dafür nannte er laut «ExplorersWeb» drei Gründe. Die Bergsteiger seien trotz Warnungen weiter aufgestiegen, eine medizinische Notlage habe nicht bestanden und Lebensgefahr auch nicht. Zudem habe sich die Steinschlag-Lage in der Zwischenzeit beruhigt.
Abstieg war wieder möglich
Ein Teil der Gruppe entschied sich für einen privaten Heli-Flug, den sie selbst bezahlen. Ein anderer Teil stieg ohne Probleme ab.
Parallel zur Kontroverse um die 32 Bergsteiger sorgte das Dorf Saint-Gervais auch in einem anderen Zusammenhang für Aufsehen. Peillex forderte anfangs Woche eine Reservierungspflicht in Berghütten ab 2027. Verfüge man über keine, könnte einem der Zugang zu den Routen verweigert werden.