Studie über Beziehungen verrät
Wir suchen unsere Freunde nach Steinzeitkriterien aus

Intuitiv suchen wir nach Menschen, die zu uns passen und unser Leben mit ihrer Anwesenheit bereichern. Die Auswahlkriterien sind dabei aber nicht so individuell wie angenommen. Eine US-Studie zeigt: Die meisten suchen ihre Freunde so, wie es einst Höhlenmenschen taten.
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Trotz unserer modernen Interessen und individuellen Lebenszielen suchen wir uns unsere Freunde noch nach Steinzeit-Kriterien aus.
Foto: Shutterstock

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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Unsere Freunde suchen wir uns im Normalfall nicht nach einem Kriterienkatalog aus. Stattdessen erkennen wir Indikatoren wie denselben Humor oder ähnliche Interessen intuitiv und stellen so unmerklich eine Verbindung her, die sich mit der Zeit vertieft. Ob daraus eine Freundschaft entsteht, hängt offenbar jedoch noch immer an der Frage: «Würde ich mit dieser Person auf Mammut-Jagd gehen?»

Forscher der US-Universität von Kalifornien fanden in einer Studie nun heraus, dass gleichgeschlechtliche Freundschaften schon seit der Steinzeit immer auf einer Form von Zusammenarbeit beruhten. Entwicklungsbedingt suchen wir deshalb auch heute noch nach Menschen, die in der Vergangenheit gute Kooperationspartner gewesen wären. Kurz gesagt: Wir halten im übertragenen Sinn nach modernen Jägern und Sammlern Ausschau, die uns das Leben leichter machen.

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Unsere Lebensziele sind individuell, unsere Präferenzen gleich

Teil der Studie war ein Experiment, bei dem Fremde während 30 Minuten ein persönliches Gespräch führten und im Anschluss angaben, wie gern sie mit der anderen Person befreundet wären und weshalb. Unabhängig von den Lebenszielen der Teilnehmer zeigte sich, dass zeitlose Eigenschaften wie Attraktivität, körperliche Dominanz oder eine produktive Ausstrahlung am meisten Eindruck hinterliessen. Das Fazit der Studie: Auch nach Tausenden von Jahren fühlen wir uns bei den Menschen am wohlsten, die Zuverlässigkeit und Kompetenz ausstrahlen.

Die Dynamiken von Freundschaften sind in einem künstlichen Raum nur schwer zu erforschen. Dafür kursieren umso mehr Freundschaftstheorien in den sozialen Medien.

Die Sieben-Freunde-Theorie

Eine bekannte Theorie besagt, dass man genau sieben Freunde braucht, um glücklich zu sein. Da wäre zum Beispiel die Freundin, die unsere Beziehungsprobleme kennt und wertvolle Ratschläge gibt. Oder der Freund, der uns in den unpassendsten Momenten noch zum Lachen bringt. Im Prinzip also eine Freundschaft pro Lebenslage. Experten warnen jedoch davor, Freundschaften nur nach einem Zweck auszusuchen – weil dadurch die Wünsche und Bedürfnisse der anderen Person schnell vernachlässigt werden.

Klingel-Freunde

Enge Freunde müssen angeblich nicht abmachen, um sich zu treffen. So die Behauptung hinter der Social-Media-Theorie «Doorbell-Friend». Auf Instagram finden sich hierzu zahlreiche Beiträge. Wenn du dich freust, dass eine bestimmte Person ohne Vorankündigung bei dir klingelt, muss es eine sehr enge Freundschaft sein – so die These. Wenn du dich ohne Gedanken traust, bei einer bestimmten Person spontan zu klingeln, gilt dasselbe. Ausschlaggebend ist die Selbstverständlichkeit der Präsenz des jeweils anderen.

Beste Freunde umarmt man nicht

Eine weitere Beobachtung, die viele Freunde auf Social Media teilten: Beste Freunde umarmen sich nicht, wenn sie sich sehen. Während eine Umarmung bei den meisten Freunden oder guten Bekannten zu einer Begrüssung dazugehört, wird beim besten Freund darauf verzichtet. Eine ähnliche Theorie besagt zudem, dass auch gemeinsame Fotos von besten Freunden nur schwer zu finden sind.

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