Lawine rast auf südliches Basislager zu
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Schock am Everest:Lawine rast auf südliches Basislager zu

Stau in Todeszone
Neuer Dichtestress am Everest

Der Everest wird wieder zum Stau-Gipfel: Hunderte Bergsteiger drängen im engen Wetterfenster Richtung Spitze, es kommt zu gefährlichen Kolonnen in der Todeszone – während Rekordzahlen, Fixseil-Chaos und ein Machtkampf die Lage zusätzlich erschweren.
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Eine nächtliche Karawane mit den Stirnlampen von Bergsteigern wälzt sich schleppend gen Everest-Gipfel.
Foto: Dawa lama Sherpa

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Am Mount Everest stauen sich 2026 hunderte Bergsteiger wegen kurzer Wetterfenster
  • Rekordhohe 496 Permits in Nepal, Staus in der Todeszone
  • Über 200 Leichen am Berg, bereits mehrere Todesfälle in dieser Saison
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Der Mount Everest wird wieder zum Nadelöhr der Extreme. Hunderte Bergsteiger drängen gleichzeitig Richtung Gipfel – und der Wettlauf hat begonnen. Das Wetterfenster ist nur sehr kurz. Nach Verzögerungen bei der Routenfixierung schieben sich nun ganze Kolonnen durch die Todeszone.

Menschentrauben werden vom Hillary Step gemeldet, der nur etwa 100 Meter unter dem Everest-Gipfel liegt und das letzte grosse Hindernis auf dem Südostgrat ist. Wer dort steht, hat den Everest fast erreicht: Ein paar Schritte, und man ist oben. Aber genau an dieser Stelle entstehen die Staus im Todesraum.

Diese Saison hat das Eis auch wieder verlorene Kletterer freigegeben. Auf dem Mount Everest liegen die Leichen von schätzungsweise mehr als 200, teils nicht identifizierten Bergsteigern. Anderen Bergsteigern dienen sie als Orientierungspunkte.

Rekordandrang

Dieses Jahr wurden in Nepal laut Behörden rekordhohe 496 Everest-Permits vergeben – mehr als je zuvor. Gleichzeitig sorgten schlechtes Wetter, Lawinengefahr und verspätete Arbeiten an den Fixseilen dafür, dass sich die Gipfelversuche auf wenige Tage konzentrieren.

Für den Gipfelangriff gibt es oft nur etwa einen bis wenige Tage, in denen Wind, Temperatur und Schneeverhältnisse passen. Expeditionen laufen über Wochen, aber das Gipfelfenster ist eng. Das sorgt wieder für Stress am höchsten Berg der Welt.

Die Folge: Menschenmassen schon weit unterhalb des Gipfels. Videos zeigen dichte Staus auf dem Weg zu Camp 3. Alle hängen am selben Fixseil, dazu kommen Sherpas mit schwerer Last auf dem Rücken. Jeder Schritt kostet Kraft – auf fast 8000 Metern Höhe.

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Druck, Tempo, Risiko

Zusätzlichen Zündstoff liefert ein offener Machtkampf unter Expeditionsleitern. Weil vielen Teams das Warten zu riskant wurde, kündigte der bekannte Expeditionschef Mingma Gyabu Sherpa an, die Route notfalls selbst bis zum Gipfel zu fixieren – unabhängig vom offiziellen Team der nepalesischen Betreibervereinigung.

Bekannt als Mingma G, hat der einheimische Bergsteiger und Politiker schon 15 Everest-Besteigungen auf dem Buckel – und macht Druck.

Mitten im Chaos gab es bereits den ersten Toten der Saison am Everest: Der erfahrene nepalesische Bergsteiger Bijay Ghimire Bishwakarma kollabierte auf dem Weg Richtung Camp 2 und starb beim Abstieg. Insgesamt meldete Nepal bereits fünf Todesfälle in der Himalaya-Saison 2026.

Gipfelsturm

Viele Teams setzen inzwischen auf aggressive Strategien: nur eine kurze Akklimatisationsrunde, dafür massiver Einsatz von Flaschensauerstoff. Einige Kunden wollen den Gipfel direkt nach wenigen Nächten in den Hochlagern erreichen.

Das Problem ist bekannt – und trotzdem ungelöst. Schon in früheren Jahren gingen Bilder von langen Warteschlangen am Everest um die Welt. Besonders gefährlich wird das in der Todeszone: Wer dort zu lange wartet, verbraucht wertvollen Sauerstoff und verliert rapide Kraft.

Während derzeit immer mehr Teams Richtung South Col und Camp 4 aufsteigen, hoffen alle auf ein kurzes Wetterfenster ab dem 18. Mai. Sollte der Wind nachlassen, könnte sich der grösste Gipfelansturm der Saison innerhalb weniger Tage entladen.

Nur Momente auf dem Dach der Welt

Gipfelbezwinger können den Erfolg oft nur wenige Minuten geniessen. Der starke Andrang, Sauerstoffmangel, Kälte und der dringen nötige Abstieg lassen keine länger Zeit zu. Es geht schnell hinunter, um nicht den Tod zu riskieren.

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