Darum gehts
- AfD erreicht 44,3 Prozent bei Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- Rekordwahlbeteiligung, dennoch fehlen AfD drei Sitze zur absoluten Mehrheit
- Erdrutschsieg sorgt international für Schlagzeilen und politische Unsicherheit
Die AfD ist in Ostdeutschland auf der Jagd nach Rekordwerten. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt holt die Partei von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund laut den letzten Hochrechnungen 44,3 Prozent. Dies nach einer rekordhohen Wahlbeteiligung.
Während sich im Bundesland nun die Frage nach der Regierungsbildung stellt, reagieren Deutschland und die Welt auf den Erdrutsch-Sieg.
Bild
Alle Medien beim nördlichen Nachbarn beschäftigen sich intensiv mit dem Ergebnis der Wahlen, darunter auch die «Bild». Sie titelt: «Jubel und Schmerz», wobei die letzten vier Buchstaben in Andeutung an den Bundeskanzler Friedrich Merz (70) rot gefärbt sind. Die AfD habe die Partei von Merz «halbiert», schreibt das Blatt. Zur absoluten Mehrheit würden jedoch nach wie vor drei Sitze fehlen.
Le Monde
«Die AfD erzielt einen historischen Durchbruch in Sachsen-Anhalt», schreibt die französische Zeitung «Le Monde». Weiter heisst es, es bleibe «Ungewissheit über die künftige Mehrheit». Doch auch die Franzosen sehen die Partei von Bundeskanzler Merz am Ende: «Die CDU unter Friedrich Merz bricht ein.»
BBC
Auch in Grossbritannien verfolgt man die Wahlen in Sachsen-Anhalt aufmerksam mit. «Deutsche Rechtsextreme vor grossem Sieg in Ostbundesland», heisst es von der BBC. Die AfD habe mit dem Resultat ihre etablierten Konkurrenten weit hinter sich gelassen. Der britische Sender ordnet den Sieg in einen historischen Kontext ein: «Seit dem Zweiten Weltkrieg hat keine rechtsextreme Partei in Deutschland die Kontrolle über ein Bundesland erlangt.»
CNN
Die Amerikaner geben sich derweil skeptisch. Noch sei es unklar, ob die AfD regieren könne, schreibt CNN. «Deutschlands rechtsextreme AfD wird voraussichtlich in einem ostdeutschen Bundesland gewinnen, doch es ist unklar, ob sie dort regieren kann», heisst es im Titel. Auch Ulrich Siegmund wird in einem Video vorgestellt – mit der Frage, ob er der «gefährlichste Mann Deutschlands» sei.
Corriere della Sera
In Italien widmet man dem Sieg der AfD einen grösseren Aufmacher. «Die AfD triumphiert mit 44,5 Prozent», schreibt etwa «Corriere della Sera». Auch das Parteiprogramm wird vorgestellt. «So hat die rechtsextreme Partei ihren Siegeszug in Deutschland begonnen», betitelt das Blatt das Stück.