Seit Freitag
USA beenden Zollfreiheit für Pakete aus aller Welt

Seit Freitag gelten neue Zollregeln für Pakete in die USA. Auf Sendungen aus aller Welt werden neu Zölle erhoben. Postdienste in mehreren Ländern, darunter auch in der Schweiz, reagieren mit Versandbeschränkungen.
Publiziert: 07:06 Uhr
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Aktualisiert: 09:01 Uhr
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Ab Freitag gelten in den USA neue Zollregeln.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • USA schafft Zollfreiheit für Warenimporte unter 800 Dollar ab
  • Postdienstleister in vielen Ländern nehmen keine Pakete für USA mehr an
  • Zahl der Sendungen in die USA sank von vier Millionen auf eine Million täglich
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Die USA haben seit Freitag die Zollfreiheit für Warenimporte mit einem Wert unter 800 Dollar abgeschafft. Präsident Donald Trump (79) hatte die Ausnahme zunächst für China aufgehoben – und Ende Juli auch das Ende der Zollfreiheit für Pakete aus aller Welt angeordnet.

Postdienstleister in zahlreichen Ländern wie der Schweiz, Frankreich, Indien und Australien verkündeten deswegen, die meisten Pakete mit Ziel USA nicht mehr anzunehmen. Auch der Paketdienst DHL erklärte, den Warenversand in die USA massiv einzuschränken.

Trump begründete den Schritt unter anderem damit, dass in nach der sogenannten «De-Minimis»-Regelung zollfreien Paketen in grossem Stil gefährliche Drogen in die USA geschmuggelt worden seien. In den vergangenen Jahren waren zollfreie Paketlieferungen unter anderem dank Plattformen wie Temu und Shein stark gestiegen.

Sendungen in die USA sinken dramatisch

Nachdem im Mai die Zollfreiheit für Pakete mit geringem Warenwert aus China abgeschafft wurde, sank die Zahl solcher Sendungen in die USA nach Regierungsangaben von vier Millionen täglich auf eine Million. Zudem seien seitdem Zölle in Höhe von 492 Millionen Dollar auf die Pakete erhoben worden.

Der US-Regierung zufolge suchen chinesische Versender aber Umwege über andere Länder. Das habe die Ausweitung der Massnahme auf Pakete aus aller Welt notwendig gemacht. Nach seit Freitag geltenden Regeln müssen auf die Waren die geltenden US-Zölle für das Herkunftsland bezahlt werden – oder für eine Übergangsfrist von sechs Monaten alternativ eine Gebühr von 80 bis 200 Dollar. Eine Ausnahme gibt es für «echte» Geschenke im Wert unter 100 Dollar.

Mehr als 90 Prozent der «De-Minimis»-Pakete werde von Express-Zustellern wie FedEx oder UPS befördert, hiess es aus der US-Regierung. Hier rechne man nicht mit Problemen beim Versand. Für reguläre Postdienste, die mit Blick auf die neue Regelung den Versand in die USA einschränkten, hat das Weisse Haus harsche Worte übrig. Sie sollten sich lieber darum kümmern, dass mehr Informationen über den Inhalt der Pakete gesammelt und mit US-Behörden geteilt würden, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter in Washington.

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