So lief die ICE-Tötung von Alex Pretti ab
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Videoanalyse zeigt:Alex Pretti wurde zuerst entwaffnet, dann erschossen

Schlimme Bilder, Republikaner-Kritik, Personelles
Die 48 Stunden, die Trump zum Umdenken bewegten

Nach den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti kritisierten selbst Trumps Parteifreunde das ICE-Vorgehen in dem Bundesstaat. Trump musste reagieren – und vollzog einen Kurswechsel.
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Heimatschutzministerin Kristi Noem steht in der Kritik, weil sie Pretti bereits wenige Stunden nach den Schüssen als «inländischen Terroristen» bezeichnete.
Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Darum gehts

  • US-Präsident Trump reagiert auf tödliche ICE-Schüsse in Minneapolis, 24. Januar
  • Videos widerlegten Vorwürfe und führten zu Kritik von Republikanern
  • Grenzbeauftragter Homan entsandt, Bovino abgezogen, Fokus auf Abschiebungen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Janine EnderliRedaktorin News

Die Videos kursierten, die Menschen verzweifelten und Trump wurde aufmerksam. Eigentlich war der US-Präsident am Samstagmorgen damit beschäftigt, den Wintersturm über den USA zu beobachten. Dann fielen ihm plötzlich die schockierenden Videos der ICE-Beamten ins Auge, die Intensivpfleger Alex Pretti (†37) in Minneapolis erschossen.

In den folgenden 48 Stunden wurde im Weissen Haus deutlich, dass zu diesem Vorfall eine Reaktion nötig war. Ein Überblick über die Geschehnisse.

Samstag, 24. Januar, Nachmittag

Nur wenige Stunden nach den Schüssen behauptet Heimatschutzministerin Kristi Noem (54), Pretti habe die Beamten bedroht, und bezeichnet die Taten als inländischen Terrorismus. Der Kommandant der Grenzpolizei, Gregory Bovino, sagt, Pretti habe die Strafverfolgungsbehörden massakrieren wollen. Und Stephen Miller, der Ideologe hinter Trumps aggressiver Einwanderungspolitik, bezeichnet Pretti als «angehenden Attentäter».

Samstag, 24. Januar, Abend

Aufgrund von immer mehr Videos beginnt diese Version zu bröckeln. Wie das «Wall Street Journal» (WSJ) berichtet, wird Trump immer frustrierter über seine Regierungsbeamten.

Sonntag, 25. Januar, Nachmittag

Immer mehr Parteifreunde von Donald Trump äussern sich kritisch über das Vorgehen von ICE in Minnesota. Begleiter glauben, dass Trump sein wichtigstes Wahlkampfthema verspielt und die Geschehnisse ein politisches Risiko darstellen würden. 

Laut dem «WSJ» nimmt Trump Anrufe von besorgten Republikanern entgegen. Die Botschaft: Das Weisse Haus muss einen Weg finden, die Aufmerksamkeit von den tödlichen Schüssen abzulenken.

Senator Lindsey Graham soll Trump gesagt haben, dass die grausigen Bilder im Fernsehen geändert werden müssten, da sie den Erfolg anderer Aspekte seiner Einwanderungspolitik überschatten würden.

Gleichzeitig betont Trump im Interview mit dem «WSJ», dass er überlege, ein paar Bundesbeamte aus Minnesota abzuziehen.

Sonntag, 25. Januar, Abend

Trump erklärt sich auf Truth Social zu einem Deal bereit und ruft Gouverneur Tim Walz und Bürgermeister Jacob Frey zur Kooperation auf.

Montag, 26. Januar, Vormittag

Trump führt ein Gespräch mit seinem Grenzbeauftragten Tom Homan. Er erklärt ihm, dass er ihm eine prominentere Rolle geben möchte. Homan steht für eine pragmatischere Strategie. 

Foto: Truth Social

Später verkündet der Präsident, dass er Homan nach Minnesota schicken werde. «Tom ist streng, aber fair, und wird direkt an mich berichten», schreibt Trump. Greg Bovino, der die Abschiebungen zuvor leitete, wird aus dem Staat abgezogen. Offenbar wird er heute in Kalifornien eintreffen und Aufgaben dort übernehmen.

Montag, 26. Januar, Abend

Heimatschutzministerin Noem hält ein Treffen mit Trump ab. Anlass ist Kritik an ihrem Umgang mit den tödlichen Schüssen, berichtet die «New York Times».

Das Treffen findet hinter verschlossenen Türen statt und umfasst mehrere von Trumps engsten Beratern. Trump deutete währenddessen nicht an, dass Noems Position gefährdet sei.

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