Deutsches Pilotprojekt
Wild-Kadaver landen in Hundefutter

Ein Tierheim in Reutlingen verarbeitet mit der Jägerschaft überfahrene Rehe zu Hundefutter. Das Pilotprojekt soll Abfall und Kosten senken, wirft aber Hygiene- und Sicherheitsfragen auf – auch mit Blick auf die Schweiz.
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In Deutschland soll ein Pilotprojekt starten: Künftig sollen Wild-Kadaver als Hundefutter für Tierheime verwendet werden.
Foto: zVg
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Ein Tierheim im deutschen Reutlingen geht ungewöhnliche Wege: Gemeinsam mit lokalen Jägern verarbeitet es bei Verkehrsunfällen getötete Rehe zu Hundefutter. Das Pilotprojekt soll Futterkosten senken und verhindern, dass Fleisch im Müll landet. Voraussetzung: Nur Tiere in einwandfreiem Zustand kommen in den Napf, berichtet die «Badische Zeitung».

Die Idee sorgt für Diskussionen. Deutsche Tierschützer warnen vor hygienischen Risiken und pochen auf strenge Sicherheitsregeln. Ob das Modell Schule macht, ist deshalb offen.

So ist die Lage in der Schweiz

Nach einem Wildunfall bergen die Wildhut oder die Polizei den Kadaver. Im Futternapf landet das Fleisch hierzulande praktisch nie: Eine Verwertung ist nach kantonalen Vorschriften streng geregelt. Sie kommt meist nur dann infrage, wenn das Tier den Aufprall überlebt hat und erst von der Wildhut fachgerecht getötet wurde.

Unverwertbare Kadaver kommen direkt in die regionale Tierkörpersammelstelle oder in eine Entsorgungsanlage. Bei Seuchenverdacht ordnen Veterinäre zudem Untersuchungen an.

Das sagt das BLV

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) winkt auf Anfrage von Blick ab: «Bei Verkehrsunfällen wird ein getötetes Tier nicht durch eine fachkundige Person begutachtet. Es könnte daher zum Beispiel auch durch Fahrzeugteile oder Flüssigkeiten verunreinigt sein, was wiederum eine Gefahr für die Tiere darstellt, die dieses Wild als Futter erhalten.»

Krankheiten und Verunreinigungen müssten zwingend ausgeschlossen werden. Bei ähnlichen Plänen in der Schweiz müsse man zuerst prüfen, «ob dies aus Sicht der öffentlichen Gesundheit und der Tiergesundheit verantwortbar ist».

Was sagt der Schweizer Tierschutz?

Der Schweizer Tierschutz (STS) nimmt zur Futterverwertung keine Stellung. Die Organisation betont: «Im Vordergrund steht für den STS, dass verletzte Wildtiere nach einem Unfall durch die zuständige Wildhut rasch aufgefunden und möglichst tierschonend von ihrem Leiden erlöst werden.»

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