Darum gehts
- Putin erklärte, Russland sei bereit für einen Konflikt, wolle aber keinen Krieg mit Europa
- Putin sagte, Russland unterstütze Schritte zur Wiederherstellung der Beziehungen zu Europa
- Schweden kritisierte Moskau-Gespräche, Selenski nannte Trumps Russland-Deal offensichtliche Schwäche
Kreml-Chef Wladimir Putin (74) baute seine Drohkulisse gegen Europa am Donnerstag weiter aus. Russland «sei bereit» für einen bewaffneten Konflikt, «aber wir wollen keinen Krieg mit Europa», so Putin. «Wenn die Dinge zu weit gehen, wird es am Ende gar keine Gewinner mehr geben. Das sollte niemand vergessen.»
Putin betonte in seiner jüngsten Erklärung auch, sein Land werde alle Schritte unterstützen, die auf die Wiederherstellung der Beziehungen zu europäischen Ländern abzielen. Das berichtete die britische Zeitung «The Independent». Putin spielt hier höchstwahrscheinlich auf die Telefongespräche mit den Staatschefs von Norwegen und Finnland an, die am Dienstag stattfanden.
Putin lobt Gesprächsbereitschaft
«Das Gespräch war offen und substanziell», hiess es in der offiziellen Mitteilung der finnischen Seite am Dienstag. Sowohl Oslo als auch Helsinki hatten vor dem Austausch betont, dass Gespräche besser seien als Schweigen. Putin lobte den Schritt und sagte, die beiden Staatschefs hätten mit ihrem Anruf richtig gehandelt.
Andere europäische Staaten kritisierten die Gespräche mit Moskau währenddessen. Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson (62) gab beispielsweise an, dass sowohl er als auch andere europäische Staats- und Regierungschefs nicht über den Austausch informiert worden waren.
Selenski kritisch über Annäherung
Kiew hingegen war wohl über die Gespräche mit Moskau im Bilde. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) liess die Anrufe von Finnland und Norwegen unkommentiert, äusserte sich in jüngster Vergangenheit aber kritisch zu Annäherungen an Moskau.
US-Präsident Donald Trump (80) verkündete Anfang Oktober etwa einen Kraftstoff-Deal mit Russland, um den steigenden Diesel-Preisen entgegenzuwirken. Selenski nannte die Abmachung eine «offensichtliche Schwäche» und eine «Investition in den Krieg gegen die Ukraine, den man beenden und nicht verlängern muss».