Darum gehts
- Frankreichs Schülerproteste richten sich gegen Schulmisstände.
- Ein 15-Jähriger verlor durch eine Tränengasgranate eine Hand.
- Ermittler prüfen den Fall.
Seit Tagen halten die Schülerproteste in Frankreich das ganze Land in Atem. Die Geschichte eines Jugendlichen (15) schlug dabei hohe Wellen. Der Teenager verlor bei der Explosion einer Tränengasgranate seine Hand.
Zwei Tage nach dem Unfall meldet sich die Mutter des Minderjährigen zu Wort. Der Schmerz sitzt nach wie vor tief. «Man hat ihm sein Leben genommen. Es ist vorbei, er hat keine Hand mehr», sagte sie dem TV-Sender BFMTV.
Nach dem Vorfall konnten die Ärzte die Hand nicht mehr wieder annähen. «Er ist erst 15 Jahre alt, warum werden Kinder so angegriffen?», fragt sich seine Mutter jetzt.
Mutter will Anzeige erstatten
Die genauen Umstände des Vorfalls sind weiterhin unklar. Die Generalinspektion der französischen Nationalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Die Ermittler sollen insbesondere klären, ob der Jugendliche die Tränengasgranate aufgehoben hat oder ob sie auf ihn gefallen ist.
«Was meinem Sohn zugestossen ist, ist furchtbar, wir stehen immer noch unter Schock. Es kursieren viele Lügen. Mein Sohn hat die Granate nicht vom Boden aufgehoben. Er wurde von einer Kriegswaffe getroffen», klagt die Mutter an. Sie will nun Anzeige erstatten.
In Frankreich gehen momentan täglich Zehntausende auf die Strasse. Sie protestieren gegen marode Schulgebäude, Lehrermangel und vollgestopfte Lehrpläne. Teils kommt es am Rande von Kundgebungen auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.