Trumps Krieg kommt bei den Wählern schlecht an
Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst
US-Präsident Donald Trump hoffte bei seinem Angriff auf den Iran, dass sich die Amerikanerinnen und Amerikaner hinter ihn scharen. So geschah es in der Vergangenheit immer wieder, wenn die USA in einen Krieg eintraten. Zum Beispiel nach dem Angriff auf Pearl Harbor oder den Terroranschlägen vom 11. September.
Doch mit dem Iran-Krieg kann Trump ausserhalb der Maga-Stammwählerschaft kaum punkten. Das zeigen neue Umfragen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.
Wie der Sender CNN berichtet, sind 59 Prozent der Amerikaner in einer Umfrage des Pew Research Center der Meinung, dass die USA mit dem Einsatz militärischer Gewalt im Iran die falsche Entscheidung getroffen haben. Nur 38 Prozent glauben das Gegenteil.
Was Trump ebenfalls zu denken geben sollte: Nur ein Viertel der Amerikaner gibt an, dass die Militäraktion gegen den Iran extrem oder sehr gut verläuft. Immerhin 28 Prozent sagen, dass sie einigermassen gut verläuft. Und 45 Prozent sind der Meinung, dass sie nicht allzu gut oder gar nicht gut verläuft. Zu dieser Einschätzung dürfte der Ölpreisschock beitragen, der sich in der Form höherer Benzinpreise in den Portemonnaies der Wählerschaft bemerkbar macht.
Eine andere Umfrage der Quinnipiac University zeigt, wie polarisiert die US-Bevölkerung ist: 92 Prozent der demokratischen Wähler und 64 Prozent der unabhängigen Wähler lehnen die Militäraktion demnach ab, während 86 Prozent der republikanischen Wähler sie befürworten.
Aktuell spricht das Weisse Haus von produktiven Gesprächen um einen möglichen Frieden – was der Iran aber dementiert. Gleichzeitig droht Trump aber damit, die «Hölle losbrechen zu lassen», falls der Iran kein Abkommen akzeptiert, wie wir in einem vorherigen Beitrag um 20:45 berichteten.
«Warum sprechen sie jetzt von Verhandlungen?»
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Iran weist Verhandlungsangebote der USA zurück: Aussenminister Abbas Araghchi bezeichnet den Kurswechsel Washingtons als Eingeständnis des Scheiterns.
Noch vor Kurzem hätten die USA eine «bedingungslose Kapitulation» gefordert, sagte er am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen IRIB. «Haben die Amerikaner nicht «bedingungslose Kapitulation» gefordert? Warum sprechen sie jetzt von Verhandlungen?», fragte Araghchi.
Die USA hätten in den letzten Tagen über «befreundete Länder» mehrere Botschaften an Teheran gesendet. Diese seien jedoch keine Verhandlungen, sondern ein Austausch von Nachrichten, betonte er. «Die Tatsache, dass Botschaften gesendet werden und wir mit Warnungen reagieren oder unsere Positionen darlegen, wird nicht als Verhandlung bezeichnet.»
Trump bereit die «Hölle losbrechen zu lassen»
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Die USA wollen trotz der Ablehnung eines 15-Punkte-Plans durch den Iran ihre Friedensgespräche fort. «Die Gespräche werden fortgesetzt. Sie sind produktiv», erklärte Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weissen Hauses, am Mittwoch.
Präsident Donald Trump zeigte sich jedoch unnachgiebig: Sollte der Iran kein Abkommen zur Beendigung des Krieges akzeptieren, werde er «die Hölle losbrechen lassen». «Wenn der Iran nicht versteht, dass er militärisch besiegt wurde, wird Präsident Trump dafür sorgen, dass er härter getroffen wird als je zuvor», warnte Leavitt.
Iran droht nächste Wasserstrasse zu blockieren
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Der Iran macht weiter Druck. Laut einer Quelle von Tasnim News Agency, einer Nachrichtenagentur im Iran, spielt das iranische Militär mit dem Gedanken, die Bab-el-Mandeb-Strasse, einem der weltweit wichtigsten Wasserwege, zu blockieren. «Sollten die Amerikaner mit unklugen Aktionen die Strasse von Hormus ins Visier nehmen, könnten sie sich eine weitere strategische Engstelle als Problem schaffen.»
Es droht ein Tanker-Krieg wie in den 1980er. Was damals genau passierte, hat meine Kollegin Chiara Schlenz erklärt. Den Artikel findest du hier.
Iran stellt fünf Bedingungen für Kriegsende
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Während die USA über Pakistan einen 15-Punkte-Friedensvorschlag übermittelten, lehnte der Iran jegliche Verhandlungen kategorisch ab. Und stellt wiederum selber fünf Bedingungen für eine mögliche Beendigung des Krieges.
Ein Beamter erklärte gegenüber dem englischsprachigen Staatssender Irans Sender Press TV: «Der Iran wird den Krieg beenden, wenn er es beschliesst und seine eigenen Bedingungen erfüllt sind.»
Zu den Forderungen gehören das Ende der «Aggression und Attentate», Mechanismen zur Verhinderung zukünftiger Konflikte, die Zahlung von Reparationen, der Waffenstillstand in der gesamten Region sowie die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Strasse von Hormus.
Was es mit dem 15-Punkte-Plan Trumps auf sich hat und warum er überhaupt mit einem Friedens-Deal um die Ecke kommt, erklärt mein Kollege und Auslands-Redaktor Guido Felder hier.
Iran feuert Raketen auf US-Flugzeugträger
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Seit dem 28. Februar sind Luftangriffe von den USA und Israel gegen den Iran im Gange. Ein zentraler Punkt der Operation «Epic Fury» markiert der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln.
Wie das iranische Staatsfernsehen nun mitteilt, wurden auf ebendiesen Flugzeugträger Raketen abgefeuert. Laut Teheran war der nuklear betriebene Koloss gezwungen, seine Position im Arabischen Meer zu ändern. 101 Raketen seien vom Iran abgefeuert worden, die USA hätten alle abgefangen, erklärte US-Präsident Donald Trump.
Marinekommandant Schahram Irani warnte deutlich: Sollten sich «feindliche Schiffe» weiter in Reichweite der iranischen Streitkräfte bewegen, werde es zusätzliche Angriffe geben.
Auch abseits der Kampfhandlungen bleibt der Alltag an Bord der USS Abraham Lincoln riskant. Anfang März zeigten Videoaufnahmen von Matrosen eines Begleitschiffs die gefährlichen Flugmanöver im Arabischen Meer. Darunter Maschinen der «Tophatters», der ältesten aktiven Staffel der US Navy, bei ihrer Rückkehr von einer Mission.
Der Kahn ist rund 333 Meter lang, zwischen 76 und 78 breit und misst in der Höhe 60 Meter. Der Flugzeugträger bietet unter anderem Platz für 5500 bis 5700 Personen.
Israel greift wichtiges Marine-Zentrum im Iran an
Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk
Während US-Präsident Donald Trump noch am Montag eine Angriffspause angekündigt hatte, wurden die israelischen Angriffe am Dienstag fortgesetzt. «Die Luftwaffe hat gestern mit präziser Aufklärungsführung eine grossangelegte Angriffswelle gegen die Waffenproduktionsstätten des iranischen Terrorregimes in Isfahan abgeschlossen», heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch auf X.
Die Streitkräfte, angeführt vom Aufklärungsschiff der Marine, griffen nach eigenen Angaben das Forschungs- und Entwicklungszentrum für militärische Unterwasserwaffen in Isfahan an. «Das Zentrum ist die einzige Einrichtung im Iran, die für die Konstruktion und Entwicklung von U-Booten und Hilfssystemen für die iranische Marine zuständig ist.» Dort habe das iranische Regime verschiedene Modelle unbemannter Fahrzeuge produziert.
«Der Angriff schränkt die Fähigkeit des Regimes, neue und fortschrittliche U-Boote für die iranische Marine zu produzieren und die bestehende Flotte zu modernisieren, erheblich ein», so die israelische Luftwaffe weiter. Die Streitkräfte würden ihre Angriffe auf die Rüstungsindustrie des Regimes verstärken, um dessen über Jahre aufgebaute Produktionskapazitäten zu neutralisieren.
Während die Angriffe im Iran unvermindert weitergehen, hat US-Präsident Trump einen 15-Punkte-Plan für Frieden im Nahen Osten präsentiert. Mein Kollege Guido Felder erklärt in seiner Analyse, was es mit diesem Plan auf sich hat. Seinen Artikel liest du hier.
«Verhandelt ihr mit euch selbst?» – Militärsprecher spottet über USA
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
US-Präsident Donald Trump (79) präsentierte jüngst die Forderungen der USA an den Iran. Das Mullah-Regime hat aber seine ganz eigenen Forderungen. Auch die Gerüchte, dass bereits Verhandlungen in Washington angelaufen sein sollen, weist das Regime zurück. Nun spottet ein Sprecher des iranischen Militärs sogar über die US-Regierung.
«Haben eure internen Konflikte einen Punkt erreicht, an dem ihr mit euch selbst verhandelt?», fragte Ebrahim Zolfaghari, Sprecher des iranischen Militärs, im Staatsfernsehen. Teheran solle einlenken? Keine Chance, stellt er klar. «Wir werden uns niemals mit euch arrangieren. Nicht jetzt. Niemals.»
Was es mit dem 15-Punkte-Plan Trumps auf sich hat und warum er überhaupt mit einem Friedens-Deal um die Ecke kommt, erklärt mein Kollege und Auslands-Redaktor Guido Felder hier.
Philippinen verhängen Notstand, Ölpreis sinkt: Das ist in der Nacht passiert
Von Laszlo Schneider, Nachtdienst
Auch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (Ortszeit) ist es zu diversen Beschüssen und Drohnen-Abschüssen gekommen. Am internationalen Flughafen von Kuwait haben vermutlich iranische Drohnen einen Kraftstoff-Tank getroffen. Das berichten die örtlichen Behörden. In der Folge sei ein grosses Feuer ausgebrochen. Auch im irakischen Erbil ist es laut CNN zu Angriffen durch Drohnen gekommen – offenbar auf ein Wohnhaus. Diverse Bomben seien zudem in Zentral-Israel eingeschlagen, Israel hat laut Al Jazeera seinerseits den Süd-Libanon bombardiert.
Derweil hat der Präsident der Philippinen, Ferdinand Marcos Jr. (68), für das Land in Südostasien den nationalen Notstand ausgerufen. Wegen des Iran-Kriegs warnte Marcos Jr. vor einer «unmittelbaren Gefahr für die Verfügbarkeit und Stabilität der Energiereserven des Landes».
Dennoch gibt es vom Öl-Markt auch gute Nachrichten. Die Preise sind erneut gefallen – unter die kritische Marke von 100 Dollar pro Barrel. Nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach der Iran zu Verhandlungen bereit sei, sackte der Preis für ein Barrel Brent-Öl mit Mai-Lieferung innerhalb von Minuten um fast vier Prozent ab.
Während des Iran-Kriegs, der seit Wochen andauert, hatte der Ölpreis zwischenzeitlich knapp 120 Dollar erreicht. Vor Beginn des Konflikts lag der Preis mehrere Monate lang stabil bei 60 bis 70 Dollar. Die Kampfhandlungen trieben die Kosten für Benzin, Diesel und Heizöl in die Höhe und trafen weltweit die Verbraucher. Warum das so ist, erklärt dir meine Kollegin Milena Kälin von der Wirtschaftsredaktion hier im Video.
Der 15-Punkte-Plan wird konkreter
Von Laszlo Schneider, Nachtdienst und Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Die USA haben dem Iran laut der «New York Times» mittlerweile einen konkreten Plan vorgelegt, der festlegt, unter welchen Bedingungen der Krieg beendet werden kann. Die US-Zeitung beruft sich auf zwei Beamte.
Die zentralen US-Forderungen lauten wie folgt:
- Abbau der bereits aufgebauten nuklearen Kapazitäten
- Verpflichtung, dass der Iran niemals nach Atomwaffen streben wird
- Kein Anreichern von Material auf iranischem Boden
- Das gesamte angereicherte Material wird der IAEO innerhalb eines zeitnahen Zeitplans übergeben, der zwischen den Parteien festgelegt wird
- Die Atomanlagen Natanz, Isfahan und Fordo werden stillgelegt – und zerstört
- Die Atomenergiebehörde erhält uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen innerhalb des iranischen Hoheitsgebiets
- Der Iran wird das Paradigma der Stellvertreterkriege aufgeben
- Der Iran wird die Finanzierung und Bewaffnung seiner Stellvertreter in der Region faktisch einstellen
- Die Strasse von Hormus bleibt offen, wird eine freie Seezone sein – und niemand wird sie blockieren
- Raketenprogramm: Eine Entscheidung wird später getroffen, aber Anzahl und Reichweite müssen begrenzt werden. Künftige Nutzung: nur zu Zwecken der Selbstverteidigung
Im Gegenzug erhält der Iran:
- Aufhebung aller Sanktionen
- Unterstützung bei der Förderung und Entwicklung des zivilen Atomprojekts in Bushehr (Stromerzeugung)
- Die Gefahr eines «Snapback» wird beseitigt
Wie das «Wall Street Journal» berichtet, haben die iranischen Revolutionsgarden ihrerseits ganz eigene Forderungen. So sollen zum Beispiel alle US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf geräumt werden. Weiter fordern sie ein neues System, das dem Iran erlauben würde, von den Schiffen für die Fahrt durch die Strasse von Hormus eine Gebühr zu kassieren.
Darüber, ob es bereits konkrete Verhandlungen gegeben habe, wird widersprüchlich berichtet. So schreibt «Axios», in Berufung auf Aussagen von Donald Trump, dass dessen US-Sondergesandter Steve Witkoff gesagt habe, die Iraner hätten mehreren Punkten bereits zugestimmt.
Aus Teheran heisst es hingegen, dass von Verhandlungen mit den USA keine Rede sein könne.
Auf ein baldiges Treffen drängen auch Vertreter aus der Türkei, Ägypten und Pakistan. Diese peilen ein offizielles Treffen für Donnerstag an und Pakistan bot an, Friedensgespräche zu vermitteln, um den Krieg zu beenden. Wie es um die Bereitschaft des Iran und den USA dazu steht, ist ungewiss. Die Forderungen und Vorstellung beider Länder gehen auf jeden Fall noch stark auseinander.