Darum gehts
- Vier Tote bei Drohnenangriff auf Passagierzug nahe Charkiw, Ukraine
- Russland setzte Drohnen iranischer Bauart ein
- Im Zug waren je nach Angabe 155 bis 291 Passagiere
Tote nach Drohnenangriff auf einen Passagierzug in der Nähe von Charkiw: Im Osten der Ukraine sind laut Präsident Wolodimir Selenski (48) mindestens vier Menschen bei der Attacke gestorben.
Nach vier weiteren werde noch gesucht, zwei seien verletzt worden, schrieb Selenski in sozialen Medien. «Es gibt und es kann keine militärische Rechtfertigung geben, um Zivilisten in einem Zugwaggon zu töten», sagte er.
In jedem Land würde ein solcher Angriff als Terrorismus gewertet werden, schrieb Selenski auf der Plattform X. Er forderte mehr Druck auf Russland und dass es für seine Taten bestraft werden müsse. Auch in seiner abendlichen Videobotschaft verlangte er mehr Druck auf die russische Ölindustrie, mit der Kreml seinen Krieg finanziert.
Attacke mit iranischen Drohnen
Selenski zufolge waren mehr als 200 Passagiere in dem angegriffenen Zug. Zuvor hatte der ukrainische Minister für Regionalentwicklung von 291 Passagieren gesprochen, die regionale Staatsanwaltschaft sprach von mehr als 155 Passagieren.
Drei Drohnen der iranischen Bauart Schahed schlugen vor der Lokomotive und in einem Passagierwaggon ein. Der Zug war auf der Strecke Barwinkowe-Lwiw-Tschop in Richtung Westen unterwegs.
Schon in der Vergangenheit hatte es nach russischen Angriffen immer wieder auch Tote und Schäden im Zugverkehr und an Bahnhöfen der Ukraine gegeben. Nun schilderten ukrainische Behörden einen direkten Angriff auf einen Passagierzug. Russland startete den Krieg vor knapp vier Jahren. Er wird mit unverminderter Härte geführt.