Darum gehts
- In Belgien fanden Bauarbeiter 40 Goldbarren und 4000 Münzen
- Eine Person beansprucht den Schatz durch Reinkarnation aus früherem Leben
- Gesamter Fundwert: 9 Millionen Franken, Eigentümer bleibt unklar
Der Goldfund im belgischen Dendermonde ist längst um die Welt gegangen. BBC, norwegisches Fernsehen, japanische Medien und die «New York Times» berichteten darüber, wie die zuständige Lokalpolizei auf Facebook schreibt. Und nun bekommt die Polizei Post aus aller Welt – von Menschen, die plötzlich behaupten, der Schatz könnte ihnen gehören, und von «Experten», die ihre Hilfe anbieten.
Schatz «völlig vergessen»
Der Phantasie, die Millionen zu bekommen, scheinen keine Grenzen gesetzt. Ein Absender wollte allen Ernstes wissen, ob Reinkarnation als Nachweis für Eigentum anerkannt werde, schreibt die Lokalpolizei Dendermonde. Die Person sei bereit, eine beglaubigte Erklärung abzugeben, dass sie das Gold einst selbst versteckt und es danach rund 60 Jahre lang «völlig vergessen» habe.
Heisst: Der Absender will offenbar glaubhaft machen, dass er den Schatz in einem früheren Leben versteckt hat – und nun zurückgekehrt ist, um ihn wiederzuholen.
Reinkarnation gilt nicht als Beweis
Die Polizei nimmt es mit Humor, stellt aber klar: Reinkarnation gilt nach belgischem Recht nicht als Beweis für eine Eigentumskette. Sie könne zudem nur prüfen, ob ein strafrechtlicher Zusammenhang mit dem Gold bestehe.
Wer den Schatz zivilrechtlich für sich beanspruchen wolle, müsse sich an einen Anwalt oder Notar wenden.
Die Polizei könne lediglich untersuchen, ob ein krimineller Zusammenhang mit dem Gold besteht.
Goldmünze als Profilbild
Die Polizei von Dendermonde erlaubt sich einen weiteren Scherz: Ihr Facebook-Profilbild zeigt nun eine historische Goldmünze – mit digital aufgesetzter roter Geschenkschleife. Ein augenzwinkernder Seitenhieb auf den Millionenfund und den Rummel darum.
Der Fund
Eigentlich wollten acht Bauarbeiter in Dendermonde nur eine Abwasserleitung verlegen. Dann stiess der Bohrer auf Gold: Unter dem Boden einer ehemaligen Brauerei-Villa kamen 40 Goldbarren und 4000 Goldmünzen zum Vorschein – Gesamtwert: fast 9 Millionen Franken.
Ein 18-jähriger Student, der auf dem Bau jobbte, hielt die Münzen zunächst für gewöhnliche Euros. «Wir gruben sie aus, und dann sahen wir einen kleinen Goldbarren, der bereits an unserem Grabhammer hing», sagte er dem TV-Sender VTM.
Die Arbeiter meldeten den Fund. Das Gold liegt inzwischen sicher verwahrt. Wem es tatsächlich gehört und ob die ehrlichen Finder eine Belohnung bekommen, muss nun geklärt werden.