Darum gehts
- USA warnen Iran vor Provokationen bei Militärmanöver ab 1. Februar
- Revolutionsgarden planen Übung mit scharfer Munition nahe wichtiger Ölroute
- Strasse von Hormus: 55 Kilometer breite Passage für weltweiten Öltransport
Kurz vor einem geplanten Militärmanöver der iranischen Revolutionsgarden haben die USA Teheran eindringlich vor Provokationen gewarnt. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte, man werde kein «unsicheres und unprofessionelles Verhalten» tolerieren – etwa Tiefflüge über Kriegsschiffe oder iranische Schnellboote auf Kollisionskurs.
Teherans Revolutionsgarden gelten als die eigentlichen Machthaber in der Islamischen Republik. Ihr ab Sonntag geplantes Manöver soll mit scharfer Munition stattfinden. Washington fordert, dass die Übung weder die Freiheit der Schifffahrt noch den internationalen Handel beeinträchtigt. Die rund 55 Kilometer breite Strasse von Hormus zwischen Iran und Oman gilt als eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport.
Greifen die USA den Iran an – oder kommt es doch noch zu einem Deal? «Wenn es keinen Deal gibt – mal sehen, was dann passiert», sagte US-Präsident Donald Trump (79) am Freitag. Ob die Mullahs dafür eine konkrete Deadline erhalten hätten, wollte eine Journalistin wissen. Trumps Antwort: «Oh, sie wissen Bescheid, das ist sicher.» Einen Zeitplan für die Frist nannte er nicht.
Teheran: Diplomatie oder Krieg
Zu den Manövern erklärte das US-Militär, zZwar habe der Iran das Recht, in internationalen Gewässern und im Luftraum zu operieren. Gleichzeitig seien die Revolutionsgarden verpflichtet, internationales Recht und militärische Standards einzuhalten. «Unsicheres Verhalten erhöht das Risiko von Kollisionen, Eskalation und Destabilisierung», so Centcom.
Das Manöver fällt in eine Phase stark gespannter Beziehungen. Trump droht dem Regime mit Militärschlägen, wenn es keinen Deal gibt. Seit Anfang Januar haben die USA ihre Präsenz in der Region deutlich ausgebaut, unter anderem mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln.
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi (63) erklärte, sein Land sei sowohl zu Verhandlungen als auch zu einem Krieg bereit. Zugeständnisse beim Atomprogramm oder bei Raketen seien jedoch ausgeschlossen. Ein militärischer Konflikt, warnte er, könnte diesmal über einen reinen Schlagabtausch hinausgehen.