Darum gehts
- Jens Spahn (46) tritt nach Kritik an Leihmutterschaft zurück
- CDU-Kollegen kritisierten Spahns Vorgehen als Regelumgehung wegen deutschem Verbot
- Bundeskanzler Merz (70) forderte Rücktritt, Spahn folgte am 18. Juli 2026
Die Nachricht, dass der deutsche Politiker Jens Spahn (46) zusammen mit seinem Mann ein Kind per Leihmutterschaft in den USA willkommen geheissen hat, stiess in der CDU kaum auf Begeisterung. In Deutschland ist die Leihmutterschaft aus ethischen Gründen verboten. Nach der heftigen Kritik forderte Bundeskanzler Friedrich Merz (70) den CDU-Fraktionschef am Samstag auf, zurückzutreten – dieser leistete Folge.
Wie unter anderem «Bild» berichtet, hat Spahn in einem Schreiben an die Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion seinen Rücktritt erklärt. «Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete», beginnt er das Schreiben.
Merz bezeichnete Spahns Rücktritt in einem Statement am Samstagnachmittag als «richtig und unvermeidlich». «Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut», sagte der Bundeskanzler ausserdem. Aus Regierungskreisen heisst es gegenüber «Focus», dass Thorsten Frei (52) nun das Amt als Fraktionschef übernehmen soll. Der Politiker ist aktuell Bundesminister für besondere Aufgaben sowie Chef des Bundeskanzleramtes.
Spahn verteidigte Entscheidung
«Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt», so der frisch gebackene Papa Spahn. «Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist grösser geworden, als ich es erwartet hatte.»
Von seinen Parteikollegen und -kolleginnen wurde der 46-Jährige im Vorfeld stark kritisiert. Marion Rosin (57), Landesvorsitzende der Frauen-Union in Thüringen, sah im Vorgehen von Spahn etwa eine bewusste Umgehung des Verbotes.
Bisher wies Spahn die Vorwürfe zurück – die Leihmutter sei finanziell abgesichert, habe bereits eigene Kinder und lebe in stabilen Verhältnissen. Zudem leite er aus seiner privaten Entscheidung keine politischen Forderungen ab.